Zum Inhalt springen
ÖVPManuel Horn
© ÖVPManuel Horn

Schneiders Areal zeigt: Mischnutzung scheitert schon im Kleinen

„Das Beispiel Schneiders-Areal legt die strukturellen Schwächen der derzeitigen raumordnungspolitischen Strategie der Stadt schonungslos offen“, kritisiert WKS-Bezirksstellenobmann Harald Preuner.

Lesedauer: 1 Minute

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 30.04.2026

Für das ehemalige Schneiders‑Gebäude wurde in den Planungszielen der Stadt eine Mischnutzung festgelegt. „Die Praxis zeigt jedoch bereits bei diesem einzelnen Projekt, wie schwierig die Umsetzung einer verträglichen Mischnutzung ist“, betont Harald Preuner, Obmann der WKS-Bezirksstelle Salzburg Stadt. „Wenn schon im kleinen Maßstab keine funktionierende Transformation gelingt, ist die im Entwurf zum Räumlichen Entwicklungsleitbild (REK) vorgesehene Umwidmung von rund 60 Hektar zu Mischnutzungsflächen völlig unrealistisch.“ 

Die Entwicklung des ehemaligen Schneiders‑Areals in Salzburg‑Liefering sei ein Praxisbeispiel, das die strukturellen Schwächen der derzeitigen raumordnungspolitischen Strategie der Stadt schonungslos offenlege. „Für das Areal wurden Planungsziele beschlossen, die einen verbindlichen Anteil an Nicht‑Wohnnutzungen – etwa für Büros, Kinderbetreuung und Nahversorgung – vorsehen. Die Transformation stößt aber rasch ihre Grenzen: Die vorgesehene Mischnutzung soll nun einer reinen Wohnnutzung weichen“, kritisiert Preuner. „Nicht‑Wohnnutzungen lassen sich nicht verordnen. Sie setzen eine professionelle Planung und Begleitung, funktionierende Standortqualitäten und vor allem realistische wirtschaftliche Rahmenbedingungen voraus.“ Wenn sich die Umsetzung in der Praxis schwierig gestalte, könnten Flächen doch nicht wie geplant genutzt werden. „Die Folge: Wohnnutzung setzt sich durch – zulasten von Flächen für Arbeiten und Wertschöpfung“, sagt Preuner.   

Vor diesem Hintergrund sei der aktuelle Entwurf des Räumlichen Entwicklungsleitbildes (REK) besonders kritisch zu bewerten: „Dort sind rund 60 Hektar (!) an Flächen vorgesehen, die in den kommenden Jahren in Richtung Mischnutzung transformiert werden sollen - eine gänzlich unrealistische Größenordnung! Wenn bereits bei einem einzelnen, überschaubaren Entwicklungsprojekt die Sicherung gewerblicher Nutzungen scheitert, fehlt jede fachliche Grundlage für die Annahme, dass dies in einem Transformationsausmaß von 60 Hektar gelingen kann“, kritisiert Preuner. „Mischnutzung ersetzt keine klar ausgewiesenen Gewerbegebiete. Sie kann punktuell ergänzen, aber sie ist ungeeignet, den tatsächlichen Flächenbedarf der Wirtschaft nachhaltig abzudecken.“ 

Für die WKS-Bezirksstelle Salzburg Stadt stehe daher fest: „Stadtentwicklung braucht Realismus. Planungsinstrumente müssen sich an der tatsächlichen Umsetzbarkeit orientieren – nicht an theoretischen Zielbildern, die in der Praxis weder wirtschaftlich noch funktional realisierbar sind. Gerade die Entwicklung des Schneiders‑Areals sollte Anlass sein, die Vorgaben im REK‑Entwurf kritisch zu hinterfragen und nachzuschärfen, denn er ignoriert diese Realität und verfehlt den tatsächlichen Flächenbedarf der Wirtschaft.“


Bilddownload: 
Foto: WKS-Bezirksstellenobmann Harald Preuner  © ÖVPManuel Horn