Salzburger Duo kämpft in Shanghai um WM-Medaillen
Am 22. September starten die WorldSkills 2026 in Shanghai. Für Salzburg treten Floristin Julia Gschwandtner und Techniker Bernhard Moser an.
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Von 22. bis 27. September kämpfen die besten Fachkräfte der Welt bis zum Alter von 22 Jahren bei den „WorldSkills“ in Shanghai um Edelmetall. 48 junge Fachkräfte aus allen Bundesländern vertreten Österreich. Sie treten in 42 Berufen an – 36 Einzel- und sechs Teamdisziplinen. Rot-Weiß-Rot entsendet damit das größte Team Europas und die siebtgrößte Abordnung weltweit. Lediglich Gastgeber China sowie Brasilien (jeweils mit dem Teilnehmermaximum von 64) sowie Taiwan, Korea, Japan und Indien gehen mit größeren Aufgeboten an den Start. Und Österreich kämpft bei der WM auch um eine bemerkenswerte Serie: Seit dem Premierenantritt 1961 belegte die Alpenrepublik im Medaillengesamtklassement nie einen schlechteren Platz als Rang zehn.
In China müssen auch zwei Salzburger diese Qualität unter den anspruchsvollsten Bedingungen unter Beweis stellen. Für SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft steht dabei vor allem die Vorbereitung im Fokus: „WorldSkills gewinnt man nicht nur im Wettkampf, sondern auch in den Monaten davor. Internationale Trainings, der Vergleich mit den Besten und die konsequente Arbeit an jedem Detail sind entscheidend. Gleichzeitig gilt es, an den vier Wettkampftagen voll abzuliefern – genau darauf bereiten wir unser Team systematisch vor.“
Hohe Ziele gesetzt
Konkret gehen für Salzburg Floristin Julia Gschwandtner aus Bergheim – beschäftigt bei „Das Blumenatelier“ in Obertrum am See – und Land- und Baumaschinentechniker Bernhard Moser aus Eben im Pongau (Arbeitgeber: Liebherr Vertriebs- und Service GmbH in Puch bei Hallein) an den Start. Während Moser Fehler in Baumaschinen diagnostiziert, Komponenten zerlegt und wieder zusammenbaut oder Systeme prüft und konfiguriert, steht Gschwandtner vor deutlich offeneren Aufgabenstellungen: Sie muss florale Werkstücke zu vorgegebenen Themen entwickeln – etwa Sträuße, Gestecke oder Objektarbeiten – und dabei Gestaltung, Technik und Materialeinsatz unter Zeitdruck stimmig zusammenbringen.
Beide haben sich hohe Ziele gesetzt: „Ich will bei den WorldSkills zeigen, was in mir steckt – fachlich wie kreativ. Mein Ziel ist es, unter Wettbewerbsbedingungen saubere, durchdachte Werkstücke zu gestalten und meine Ideen klar umzusetzen. Gleichzeitig geht es mir darum, so viel wie möglich mitzunehmen – an Erfahrung, an Austausch und an Inspiration“, sagt die Flachgauerin.
Moser, der sogar für ein internationales Vorbereitungstraining nach Australien flog, betont: „Mein Ziel ist es, im Wettbewerb möglichst fehlerfrei zu arbeiten und die Aufgaben technisch sauber umzusetzen. Ich will zeigen, dass ich auch unter Zeitdruck konzentriert bleibe und meine Leistung abrufen kann. Wenn ich am Ende sagen kann, ich habe das Maximum herausgeholt, ist das für mich entscheidend."
Unterschiedliche Ausgangspositionen
Die Voraussetzungen in den beiden Berufen sind unterschiedlich: Bei den Floristen zählt Österreich zur absoluten Weltspitze – 2024, 2022 und 2019 konnte Rot-Weiß-Rot den WM-Titel in die Alpenrepublik holen. Gschwandtner könnte mit einem vierten Titel eine bei WorldSkills bislang unerreichte Siegesserie fortsetzen. Aber auch Moser könnte ein Stück österreichische Berufsgeschichte schreiben. Die letzte Medaille in der Land- und Baumaschinentechnik liegt nämlich bereits ein Jahrzehnt zurück: 2015 konnte ein Niederösterreicher Gold in São Paolo holen.
Salzburger Fachkräfte konnten in diesem Jahrhundert bereits mehrfach bei WorldSkills glänzen: Mit Gold für Marius Golser (Steinmetz, 2015 in São Paulo), Robert Gradl (Hochbau/Maurer, 2017 in Abu Dhabi) und Stefan Planitzer (Maler, 2019 in Kazan) konnten insgesamt drei Salzburger WM-Titel eingefahren werden. Dazu kommt Bronze für Andreas Ebner (Fliesenleger, 2009 in Calgary).