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„2. Sicherheitsfachkrafttag“: Sichere Arbeitsplätze sorgen für gesunde Mitarbeiter

Nach der gelungenen Premiere im Vorjahr fand am Donnerstag, 23. April, in der WKS der „2. Sicherheitsfachkrafttag“ von AUVA, Verband der Österreichischen Sicherheits-Experten (VÖSI) und WK Salzburg statt.

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Aktualisiert am 23.04.2026

Mehr als 110 Sicherheitsfachkräfte und betriebliche Verantwortungsträger waren gekommen, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich des Arbeitnehmerschutzes zu informieren und fachlichen Austausch zu betreiben.

„Ich freue mich, dass unsere heurige Veranstaltung wieder komplett ausgebucht ist. Das zeigt, dass der Arbeitsschutz für die Betriebe ein zentrales Thema ist und entsprechend ernst genommen wird“, sagte WKS-Direktor Gerd Raspotnig bei seiner Begrüßung. Gerade Sicherheitsfachkräfte spielten eine zentrale Rolle im Unternehmensalltag, weil sie dafür sorgen, dass Arbeitsschutz gelebt wird und dadurch die Mitarbeiter möglichst gesund und arbeitsfähig bleiben. Nichtsdestotrotz erwarte man sich von der Politik, dass bei der Einführung von Melde- und Aufzeichnungspflichten nicht überbordend vorgegangen werde. „Arbeitsschutz muss praxistauglich bleiben und darf nicht zu viel Bürokratie produzieren“, betonte Raspotnig.

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© WKS/Kolarik Beim 2. Salzburger Sicherheitsfachkrafttag (v. l.): Andreas Spechtenhauser (Präsident VÖSI), WKS-Direktor Gerd Raspotnig, Sophia Sungler (Abteilungsleiterin Unfallverhütungsdienst der AUVA), Herbert Koutny (Direktor AUVA), Lorenz Huber (Stabstellenleiter Service & Recht der WKS), Herbert Haiml (STZ Maxglan) und Arno Gsell (Arbeitsinspektorat Salzburg).

Eines der aktuellen Top-Themen der Veranstaltung war die mit Jahresbeginn in Kraft getretene Hitzeschutzverordnung. Hintergrund sind die durch Klimamessungen belegbaren Steigerungen bei den Hitzetagen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf das Arbeiten im Freien. „Verpflichtende Maßnahmen müssen Betriebe ab Hitzewarnstufe 2 treffen“, erläuterte Arno Gsell vom Arbeitsinspektorat Salzburg. Diese werde von der Geosphere Austria ausgelöst und entsprechend verbreitet. Eine der verpflichtenden Maßnahmen ist die Ausstattung bzw. Nachrüstung von Krankabinen und selbstfahrenden Arbeitsmitteln (Bagger, Radlader etc.) mit einer Kühlung. Außerdem müssen Arbeiter mit Sonnenschutz bzw. entsprechender Schutzbekleidung und Getränken versorgt werden.

Kontrollen und Beratung gleichwertig

Eine weitere wesentliche Maßnahme im Bereich Arbeitsschutz ist die Senkung der Grenzwerte für Asbest von 10.000 Fasern pro Kubikmeter auf 2.000 Fasern pro Kubikmeter bis 2029. Darüber hinaus brauchen Unternehmen, die mit Asbest arbeiten, eine spezielle Ermächtigung. Das erfordert auch die Eintragung in eine zentrale Liste. Bei Arbeiten mit Asbest wie etwa den Abbruch muss eine geeignete Person eine genaue Einweisung der Arbeiter gewährleisten. 2026 setzt das Arbeitsinspektorat bei seinen Kontrollen außerdem einen eigenen Schwerpunkt auf Green Jobs - wie das Arbeiten mit Pellets, Abfall und Energieträgern. Gefahrenbereiche sind hier vor allem der Austritt von Kohlenmonoxid bei Pellets, Schimmel bei Bio-Abfall und gefährliche Stoffe bei Akkus. Außerdem werden verstärkt die Arbeitszeiten im Handel und in der Gastronomie kontrolliert. „Bei unserer Tätigkeit steht neben den Kontrollen die Beratung von Unternehmen als gleichwertige Dienstleistung im Mittelpunkt“, so Gsell. Österreichweit gebe es jährlich je 50.000 Beratungen und 50.000 Kontrollen.

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© WKS/Kolarik Mit über 110 Teilnehmern war der 2. Salzburger Sicherheitsfachkrafttag bestens besucht.

Weitere Experten-Vorträge des Sicherheitskrafttages befassten sich u. a. mit den Themen Ersthilfe, sichere Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten und Gasen und sichere Instandhaltung und Handhabung von Maschinen. Bei der Ersthilfe komme es vor allem auf die rasche Reaktion durch den Ersthelfer im Betrieb an. „Die Rettung braucht in der Regel 15 Minuten zum Einsatzort. Da kann es für viele Personen – Stichwort Herzinfarkt oder Schlaganfall – schon zu spät sein“, betonte Gerhard Eder von Aktiv Coaching. Für die sichere Lagerung von brennbaren Stoffen seien eigens abgegrenzte und gekennzeichnete Bereiche bzw. Sicherungskästen in Unternehmen notwendig. „Bei Sicherungskästen muss eine ständige Belüftung der Stoffe gewährleistet sein“, sagte Simon Schenkmann von der Denios GmbH. Auch die entsprechenden Warnhinweise müssen vollständig und gut sichtbar angebracht werden. Bei Maschinen passiere es oft, dass Sicherheitsabdeckungen einfach entfernt werden. „Meist kommen dadurch Dritte zu schaden, die von der Demontage gar nichts wissen“, erläuterte Christian Mehlhart von der AUVA. Abgerundet wurde der Infotag durch praktische Brandlösch-Vorführungen. Dabei konnten die Teilnehmer auch einmal selbst Hand anlegen und diverse Löschmittel wie Löschdecken und Feuerlöscher ausprobieren.