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Werk
© Sony DADC

Sony DADC stellt sich neu auf

Das Werk in Thalgau will mit dem neuen Geschäftsfeld Micro Optics die sich abzeichnenden Rückgänge in der Disc-Produktion ausgleichen.

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Aktualisiert am 02.07.2026

Ab Anfang 2028 werden neue Spiele für die PlayStation von Sony nicht mehr über Speichermedien, sondern nur mehr digital vertrieben. Bei Sony DADC in Thalgau löst diese Ankündigung des Schwesterunternehmens „Sony Interactive“ keine Panik aus. „Die Disc-Produktion wird nur für Neuerscheinungen eingestellt. Nachbestellungen für Spiele, die bis Ende 2027 erscheinen, sind ebenso wenig betroffen wie unser übriges Geschäft mit Video- und Musik-Discs“, betont Geschäftsführer Dietmar Tanzer.  

Tanzer
© Sony DADC/Kolarik Wollen in Zukunft auch mit Mikrolinsen aus Kunststoff reüssieren (v. l.): Geschäftsführer Dietmar Tanzer und Bereichsleiter Markus Streibl.

Sony DADC produziert am Standort Thalgau jährlich mehr als 100 Millionen Speichermedien, darunter CDs, DVDs, Blu-rays und UHDs. Neue PlayStation-Spiele machen etwa 10% der gesamten Disc-Produktion aus. Der Rückgang in diesem Bereich soll mit neuen Produkten wettgemacht werden.

Das Unternehmen setzt dabei in erster Linie auf sogenannte Micro Optics. „Wir haben Mikrolinsen aus Kunststoff entwickelt, mit denen Licht auf kleinstem Raum präzise gelenkt und fokussiert werden kann“, erklärt Bereichsleiter Markus Streibl. „Konkrete Anwendungen sind etwa im Automotivsektor Blinker-Projektionen auf die Fahrbahn oder im Industriebereich Stapler, die Warnhinweise auf den Boden projizieren.“ 

Personalstand bleibt gleich

Die Micro Optics sollen 2027 in die Serienproduktion gehen. „Wir werden Mitarbeiter aus der Disc-Produktion in den neuen Bereich transferieren“, kündigt Tanzer an. An der Zahl der Beschäftigten (aktuell sind es 300) werde sich zumindest bis Anfang 2028 nichts ändern. „Prognosen für die Zeit danach wären unseriös. Wir müssen abwarten, wie der Markt auf die neuen Produkte reagiert“, meint der Konzernchef. Man habe aber bereits in Zusammenarbeit mit namhaften Firmen erste Prototypen gefertigt.

30 Mill. € wurden investiert 

Sony DADC habe in den vergangenen Jahren insgesamt 30 Mill. € in die Entwicklung der Mikrolinsen sowie in die Adaptierung der Produktion investiert. „2027 werden wir noch einmal 10 Mill. € in die Hand nehmen, um Thalgau als Hightech-Standort abzusichern“, kündigt Tanzer an.  „Wir müssen uns ein Stück weit neu erfinden, sind aber zuversichtlich, dass wir das auch schaffen“, so der Geschäftsführer.