Stiegl stellt sich neu auf
Die Stieglbrauerei will 2027 wieder in die Gewinnzone kommen. Um die Effizienz zu steigern, wurden zahlreiche Maßnahmen – darunter eine Straffung des Sortiments – in die Wege geleitet. Für zusätzlichen Schwung soll die Fußball-Weltmeisterschaft sorgen.
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Der Biermarkt ist im Umbruch: Die Gesamtproduktion der österreichischen Brauereien ging im Vorjahr um über 7% auf 9,25 Millionen Hektoliter Bier zurück. Von dieser Entwicklung bleibt auch die Stieglbrauerei nicht verschont. „Wir haben zwar 2025 deutlich besser performt als der Gesamtmarkt und im Lebensmittelhandel sogar ein leichtes Umsatzplus verzeichnet. Dennoch müssen wir unsere Strukturen und unser Sortiment der sich ändernden Bierlandschaft anpassen“, erklärt Herbert Bauer, der vor einem Jahr die Stiegl-Geschäftsführung übernommen hat.
Die ersten Kurskorrekturen betrafen die Limonadenmarke Stieglitz, die seit zwei Jahren auf dem Markt ist. „Hier haben wir das Design adaptiert und das Portfolio von sieben auf vier Geschmacksrichtungen reduziert. Damit wollen wir einerseits verstärkt die Zielgruppe der jungen Erwachsenen ansprechen und andererseits Profitabilität und Marktanteile steigern“, führt Bauer aus.
Das Handelswarensortiment von Stiegl sei nahezu halbiert worden. „Wir konzentrieren uns jetzt sehr stark auf unsere eigenen Produkte“, sagt der Geschäftsführer. Parallel dazu habe man Optimierungen in der gesamten Lieferkette und im Logistikbereich vorgenommen. So sei es gelungen, die Effizienz in der Lagerhaltung deutlich zu steigern.
Bierausstoß geht voraussichtlich zurück
Der Bierausstoß der Brauerei werde aus heutiger Sicht sinken. „2026 dürften wir die rund eine Million Hektoliter, die wir in den vergangenen Jahren hatten, wieder erreichen. Mittelfristig müssen wir uns aber vermutlich von dieser Zahl verabschieden“, meint Bauer.
Der Stiegl-Chef ist zuversichtlich, die Verluste, die 2025 etwa 5 Mill. € betrugen, im laufenden Geschäftsjahr halbieren zu können. „2027 wollen wir dann wieder in die Gewinnzone kommen“, betont Bauer. Das Management habe in Abstimmung mit der Eigentümerfamilie Kiener nachhaltige Lösungen ausgearbeitet. „Das Ziel ist klar: Die Brauerei muss sich selbst tragen und die nötigen finanziellen Mittel erwirtschaften, um in die Zukunft investieren zu können.“
Wachstumspotenzial ortet Bauer vor allem bei den alkoholfreien Bieren. „Sie haben in Österreich nur einen Anteil von 4% am gesamten Biersegment. In anderen Ländern mit ausgeprägter Bierkultur wie Tschechien oder Deutschland sind es bereits 10%.“ Stiegl sei in diesem Bereich gut aufgestellt. „Unser 0,0% war 2025 das absatzmäßig am stärksten wachsende alkoholfreie Bier in Österreich.“ Die Brauerei arbeite bereits an weiteren Bieren ohne Alkohol, so Bauer: „Ich gehe davon aus, dass 2027 ein neues Produkt auf den Markt kommen wird.“
Positive Impulse erhofft sich der Stiegl-Geschäftsführer auch von der Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA, die ab 11. Juni läuft. „Als offizieller Partner des österreichischen Nationalteams sind wir im Handel sehr präsent. Wenn auch das Wetter mitspielt, können wir sicher von der WM profitieren.“