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Yacht
© Sunbeam Yachts

Sunbeam Yachts segelt in eine neue Ära

Nach mehr als 75 Jahren in Mattsee ist Sunbeam Yachts nach Ober­öster­reich übersiedelt. 

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 20.08.2026

Rund 4 Mill. € hat Sunbeam Yachts für den neuen, 7.000 Quadratmeter großen Produktionsstandort in Munderfing in die Hand genommen. Dort wurden seit Oktober des Vorjahres eine Fertigungshalle mit integriertem Testbecken, Büros sowie eine zusätzliche Halle mit einer Nutzfläche von 1.200 Quadratmetern errichtet. Sie dient als Zwischenlager für Segelyachten, die nicht sofort ausgeliefert werden. „Die Werft in Mattsee ist über 50 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich die Art und Weise, wie man Boote baut, sehr stark geändert. Zudem waren die Instandhaltungskosten trotz laufender Adaptierungen hoch“, erklärt Geschäftsführer Andreas Schöchl. „Wir hätten viel Geld in eine Modernisierung investieren müssen, haben uns dann aber für einen Neubau entschieden.“  

Andreas Schöchl
© Sunbeam Yachts Andreas Schöchl lenkt seit 2020 in dritter Generation die Geschicke des Familienbetriebs.

Die Suche nach einem geeigneten Standort dauerte mehr als drei Jahre. „In Mattsee konnten wir nicht bleiben, weil hier keine Gewerbegründe in der erforderlichen Größe verfügbar sind. In den Nachbargemeinden sind wir ebenfalls nicht fündig geworden“, sagt Schöchl. Am Standort in Munderfing werde man die Prozesse optimieren und die Effizienz erhöhen. „Die neue Werft passt perfekt zum modernen Erscheinungsbild unserer Boote. Wir gehen davon aus, dass sie verkaufsfördernd wirkt und uns auch bei der Mitarbeitersuche hilft. Wer möchte nicht in einem ganz neuen Betrieb mit modernsten Maschinen arbeiten?“, meint Schöchl. 

Spielzeug für Erwachsene

Aktuell beschäftigt Sunbeam Yachts knapp 30 Mitarbeiter, der Umsatz bewegte sich in den vergangenen Jahren zwischen 7 und 9 Mill. €. Das Unternehmen hat sich auf Segelyachten mit einer Länge von 6,5 bis elf Metern spezialisiert. Die Preise variieren zwischen knapp 75.000 € für das Einstiegsmodell mit guter Ausstattung und rund 400.000 € für ein großes Boot in Luxusausführung. „Unsere Produkte sind Spielzeuge für Erwachsene, die eigentlich keiner braucht, aber viele haben wollen“, sagt Schöchl. 

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© Sunbeam Yachts In der Werft werden Segelyachten mit einer Länge von 6,5 bis elf Metern gebaut. 70% gehen ins Ausland.

In den Corona-Jahren seien noch sehr viele Boote gebaut worden. Seither habe sich der Markt konsolidiert. „Bei uns ist die Auslastung aber nach wie vor gut, es gibt bereits Aufträge für das kommende Frühjahr. Wir haben uns eine Nische gesucht – die Daysailer und Weekender – und füllen diese Nische hervorragend aus“, erklärt der Firmenchef. 

Segelyachten von Sunbeam sind vor allem auf Seen und in küstennahen Gewässern unterwegs. Das Familienunternehmen macht etwa 70% seines Umsatzes im Ausland. „Neben den Hauptexportmärkten Deutschland und Schweiz sind für uns vor allem Frankreich und Spanien wichtig. Wir haben aber auch schon Yachten bis nach Australien geliefert“, sagt Schöchl. Mit einem Anteil von fast 20% seien auch  Reparaturen und Wartungen von Booten ein nicht zu unterschätzender Umsatzfaktor.

Nicht nur für Hardcore-Segler

Die Anforderungen an ein Freizeit-Segelboot hätten sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. „Früher wurde alles dem Segeln untergeordnet. Heute ist eine Yacht vor allem der Ausgangspunkt für einen coolen Tag auf dem Wasser. Sie sollte familientauglich sein und auch ohne Crew bedient werden können. Große Boote haben nicht nur ein Sonnendeck und WLAN an Bord, sondern auch eine Klimaanlage, ein Warmwassersystem und eine Heizung.“ 

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© Sunbeam Yachts Die Segelboote von Sunbeam werden vor allem auf Seen und in küstennahen Gewässern eingesetzt. Nächstes Frühjahr soll ein neues Modell auf den Markt kommen.

Aktuell umfasst das Portfolio fünf Yachten, ein sechstes Modell soll im nächsten Frühjahr auf den Markt kommen. Die Planung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Designagentur Kiska in Anif. „Das ist bereits das dritte Projekt, das wir gemeinsam mit Gerald Kiska verwirklichen. Für potenzielle Kunden spielen die Faktoren Lifestyle und Design eine immer größere Rolle“, betont Schöchl. 

Der Firmenchef ist für die nächsten Jahre vorsichtig optimistisch. „Angesichts der geopolitischen und der gesamtwirtschaftlichen Lage müssen wir zufrieden sein, wenn wir den Umsatz halten. Ich hoffe aber, dass wir mit dem neuen Standort und dem neuen Modell unsere Position am Markt ausbauen können.“ Langfristige Prognosen seien derzeit kaum möglich. Sunbeam sei aber flexibel und könne kurzfristig auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren. „Wir werden immer mit Wassersport zu tun haben. Vielleicht bauen wir ja irgendwann einmal Motorboote“, meint Schöchl. 

Fakten

  • 1838 gründet Familie Schöchl in Mattsee eine Tischlerei.
  • Ab 1950 werden am Standort Segelyachten gebaut.
  • 2020 übernimmt Andreas Schöchl die Schöchl-Werft in dritter Generation und gründete die „Sunbeam Watersports GmbH“.