Energiehandel: „Tankstellen sind keine Krisengewinner“
Salzburgs Energiehandel lehnt das von der Bundesregierung geplante Einfrieren der Gewinnmargen von Tankstellen ab.
Lesedauer: 1 Minute
„Der Eingriff in die freie Marktwirtschaft ist ein absoluter Tabubruch, der den freien Wettbewerb beeinträchtigt und die Versorgungssicherheit gefährdet!“. So kommentiert der stellvertretende Obmann des Salzburger Energiehandels Markus Leikermoser die gestrige Ankündigung der Bundesregierung, eine Spritpreisbremse einführen und dafür auch die Gewinnmargen der Tankstellen einfrieren zu wollen.
Die Regierung müsse sich um die in Österreich beeinflussbaren Ursachen für hohe Spritpreise kümmern - wie etwa Steuern, Abgaben oder die CO2-Bepreisung. „Die Preissprünge werden an den internationalen Rohstoffmärkten generiert, auf die hat Österreich keinen Einfluss“, betont Leikermoser. Der Branchenvertreter plädiert vielmehr für eine deutliche Senkung der Energiesteuern. Schließlich lukriere der Staat bei Treibstoffen durch Steuern und Abgaben rund 50 bis 60% des Produktpreises. „Negative Beispiele staatlicher Eingriffe in Ungarn oder in der Slowakei belegen drastisch, dass daraus ungeahnte Verwerfungen und Versorgungsengpässe entstehen können, welche aber hierzulande offenbar weiterhin hartnäckig negiert werden“, kritisiert Leikermoser.
Österreichs Tankstellen hätten seit Jahren im EU-Vergleich die geringsten Margen und dürften nicht ständig unter Generalverdacht gestellt werden. „Wir sind keine Krisengewinner“, stellt Leikermoser klar. Die Bundeswettbewerbsbehörde habe in den vergangenen Jahren den heimischen Treibstoffmarkt mehrmals untersucht. Dabei habe es nie Beanstandungen gegeben. Jedes Mal sei die marktkonforme Preisgestaltung sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel bestätigt worden. „Wer glaubt, dass man sich mit einer Tankstelle eine goldene Nase verdient, sollte selbst eine eröffnen. Dann sieht man sehr schnell, wie gering die Margen und wie hoch Kosten, Risiko und Verantwortung tatsächlich sind“, meint Leikermoser.
Die Branche müsse endlich Gehör finden. „Nur so können in der verbleibenden Zeit bis zum geplanten Inkrafttreten der Spritpreisbremse am 1. April noch praxistaugliche Rahmenbedingungen gefunden werden“, betont Leikermoser. „Derzeit sieht man wieder einmal schmerzlich, zu welchen untauglichen Ansagen es kommt, wenn die direkt betroffenen Marktteilnehmer nicht eingebunden werden“, so der Branchenvertreter abschließend.
Bilddownload:
Foto: Obmann-Stv. Markus Leikermoser. ©wildbild