Tourismus hält Konjunkturmotor am Laufen
Trotz schwieriger wirtschaftlicher und weltpolitischer Rahmenbedingungen bleibt der Tourismus auch in diesem Sommer eine wichtige Konjunkturstütze.
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Laut vorläufigen Nächtigungszahlen konnte etwa der Pinzgau zur Sommerhälfte (Mai, Juni und Juli) nach dem letztjährigen Rekordsommer bei den Nächtigungen noch einmal um 1,5% zulegen.
„Es ist nicht selbstverständlich, dass der Tourismus weiter ein Stabilitätsfaktor für Salzburgs Wirtschaft ist. Denn wir leben in herausfordernden Zeiten, in denen das Gästeverhalten immer schwankender und die Buchungen immer kurzfristiger werden“, sagte LAbg. Hans Scharfetter beim Pressegespräch zur Präsentation des Salzburger Bauernherbstes 2026. Besonders positiv sei, dass die Gäste Salzburgs immer internationaler werden und sich das Urlaubsland Salzburg immer mehr zur Ganzjahresdestination entwickelt. „Die Rückmeldungen aus den Bezirken und der Stadt Salzburg sind sehr gut. Egal ob Bergbahnen oder Salzburger Festspiele – die Auslastung ist durchwegs hoch“, unterstrich Scharfetter. Speziell die Salzburger Festspiele seien nicht nur künstlerisch ein voller Erfolg. Auch bei den Einnahmen liege man deutlich über dem Plan.
Als eines der Highlights im heurigen Sommer nennt SLTG-Chef Leo Bauernberger das kürzlich in der Red Bull Arena ausgetragene UEFA-Supercup-Finale zwischen Champions League Sieger Paris St. Germain und Europa League Sieger Aston Villa. „Mit diesem sportlichen Großereignis sind die schönen Bilder Salzburgs wieder einmal um die Welt gegangen und haben beste Werbung für unser Tourismusland gemacht. Die Fanzonen und das Fanfest in der Altstadt haben nicht wie befürchtet zu Reibereien zwischen Sport und Festspielen geführt. Vielmehr wurde der Beweis erbracht, dass Festspielgäste und Fußballfans Salzburg gemeinsam genossen haben“, sagte Bauernberger weiter. Das sei nicht zuletzt auch der guten Organisation von Stadt Salzburg, Verkehrsverbund und Red Bull zu verdanken.
Qualitätsniveau weiter heben
Ebenfalls zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf ist man im Austragungsort der FIS Alpine Ski-WM 2025, in Saalbach-Hinterglemm. „Wir hatten im Vorjahr im Sog der Ski-WM einen Rekordzuwachs bei den Nächtigungen von 19%. Dieses Ergebnis konnten wir in der heurigen ersten Sommerhälfte bislang halten, was für uns aufgrund der schwierigen geopolitischen Lage ein großer Erfolg ist“, sagt Tourismusverbands-Geschäftsführer Wolfgang Breitfuß. Der Sommer im Glemmtal fuße auf den drei Säulen Familien aktiv, Wandern und Mountainbike. „Hier versuchen wir, jedes Jahr weiter an der Qualitätsschraube zu drehen, was uns sehr gut gelingt“, so Breitfuß.
Von einem bisherigen Rekordsommer im Großarltal spricht Tourismusverbands-Geschäftsführer Thomas Wirnsperger: „Wir liegen mit Ende Juli um 12% über dem Vorjahr.“ Ein Grund dafür sei u. a., dass heuer seit längerem alle Top-Hotels nach Umbau wieder voll geöffnet haben. Außerdem sei der Trend zu Wandern und Biken ungebrochen. „Sehr gut angenommen wird bei uns das Programm Bike and Hike. Dabei gelangen die Gäste mit E-Bikes bzw. Rädern in den Bereich der Gipfelregion und machen dann die letzten Schritte auf dem Steig zu Fuß“, erläutert Wirnsperger. Außerdem gebe es insgesamt 18 Bike-Routen, mit den das Tal und die meisten Almen bestens erschlossen seien. Einzige Wermutstropfen seien die leicht gesunkene Aufenthaltsdauer sowie Einsparungen der Gäste bei den Tagesausgaben.
Diese gesunkenen Tagesausgaben registriert auch Spartenobmann Ernst Pühringer, selbst Wirt im Gasthof Hölle in der Stadt Salzburg: „Vor allem durch die Hitze der vergangenen Wochen war das Mittagsgeschäft überschaubar. Allerdings ist dafür das Abendgeschäft besser gelaufen.“ Zufrieden mit dem aktuellen Sommer zeigt man sich auch in der Salzburger Hotellerie. „Die Festspielsaison läuft sehr gut und auch der UEFA-Supercup hat zusätzliche Nächtigungen für die Mozartstadt gebracht“, erläutert Hotellerie-Obmann Georg Imlauer. Am Ende zähle aber die Wertschöpfung und nicht die Zahl der Nächtigungen. „Für uns ist alles teurer geworden – von der Energie über die Lebensmittel bis zu den Lohnkosten“, sagt Imlauer weiter. Binnen vier Jahren, rechnet der Hotellerie-Obmann vor, zahle man um 27,1% höhere Löhne, die Inflation sei in dieser Zeit nur um 24,8% gestiegen.