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Stefan Voitl
© Stefan Voitl

Tourismus startete mit Plus in Saison

Salzburgs Wintersportgebiete können sich über einen hervorragenden Saisonstart freuen. Laut ersten Rückmeldungen liegt man im November und Dezember bei den Nächtigungen um bis zu 6% über der Vorsaison. Und der aktuelle Neuschnee sorgt dafür, dass die Lust auf Wintersport weiter groß bleibt.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 12.01.2026

Jetzt ist er da – der lang ersehnte Schnee. Nicht nur auf den Bergen, sondern auch im Flachland, und er weckt dort bei den Menschen entsprechend Lust auf Wintersport und Winterurlaub. „Weiße Berge und Neuschnee bis in die Täler sind die beste Werbung für den Wintertourismus“, sagt Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG). Positiv sei zudem, dass nun auch in den großen Herkunftsmärkten wie Deutschland die weiße Pracht Einzug gehalten habe. Dabei ist die aktuelle Saison auch mit wenig Naturschnee hervorragend gestartet. Die kalten Temperaturen zu Saisonbeginn haben es ermöglicht, dass die Skigebiete durch künstliche Beschneiung solide Pistenverhältnisse schaffen konnten. Auch die gute Lage der Feiertage zu Weihnachten hat für eine frühere Anreise der Gäste und damit für eine solidere Auslastung gesorgt.

„Durch unseren Bergadvent, der heuer eine Woche länger gedauert hat, waren wir bereits vor Weihnachten gut gebucht. Danach waren die tiefen Temperaturen perfekt für die Beschneiung. Über Weihnachten konnten dann die Bergbahnen ein Plus von 10% bei den Eintritten verzeichnen“, freut sich Thomas Wirnsperger vom Tourismusverband Großarltal. Wichtig wäre nun etwas mehr Neuschnee. „Durch den Nordstau haben wir bislang leider kaum Naturschnee abbekommen“, sagt Wirnsperger weiter. Der wäre aber für den weiteren Saisonverlauf und vor allem für die vielen Tourengeher in Hüttschlag wichtig.

BB Zauchensee/SMS Altenmarkt
© BB Zauchensee/SMS Altenmarkt Die heimische Wintersportbranche schaut auf den Skinachwuchs: Beim Gratisskitag der Salzburger Seilbahnen in Zauchensee im vergangenen Dezember konnten knapp 5.000 Schülerinnen und Schüler begrüßt werden.

Busse und Tagesgäste zurück

Zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf ist man auch in Zauchensee. „Durch die gute Feiertagslage waren die Unterkünfte bereits ab 20. Dezember gut gebucht und die Pisten entsprechend voll“, betont Veronika Scheffer von den Bergbahnen Zauchensee. Gefreut habe sie auch, dass es trotz des geringen Naturschnees wenig Gästebeschwerden gegeben habe. „Die Pisten waren immer perfekt präpariert und die Stimmung bei den Urlaubern war gut“, so Scheffer weiter. Durch den Abschluss der Tunnelsanierung auf der Tauernautobahn seien   auch die Reisebusse und Tagesgäste wieder voll zurück. Ihnen und den Urlaubern könne man nun mit der neuen Schwarzwandbahn eine tolle Attraktion bieten, die hervorragend angenommen werde. Stolz ist Scheffer auch auf die vielen großen Wintersportveranstaltungen, die im Pongau stattfinden. „Vom Dreikönigsspringen über den Snowboard-Weltcup in Gastein bis zu den Weltcup-Rennen in Zauchensee und Flachau wird hier eine Dichte an internationalen Sportevents geboten, die ihresgleichen sucht und die beste Werbung für das Wintersportland Salzburg ist“, unterstreicht Scheffer.

Das bestätigt auch Wolfgang Breitfuß vom Tourismusverband Saalbach, der im Vorjahr federführend an der Austragung der FIS Alpine Ski WM 2025 mitgewirkt hat: „Unsere perfekt organisierte WM hat in die ganze Welt hinausgestrahlt und wird für eine weitere Internationalisierung unserer Gästeschicht sorgen.“ Nach einem Rekordsommer mit einem Gästezuwachs von 20% ist auch der Winterstart mit einem Plus von rund 7% hervorragend gelungen. „Auch der Jänner läuft bei uns mit einer Auslastung von 80% bestens“, freut sich Breitfuß. Für den weiteren Saisonverlauf zeigt sich der Tourismusmanager optimistisch: „Die Buchungen für Februar sind gut, und im März und zu Ostern hoffen wir, dass wir mit Sonnenskilauf und attraktiven Familienangeboten möglichst viele Menschen ins Glemmtal locken können.“

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Und bei alldem ist der Tourismus besonders nachhaltig unterwegs: Laut einer Studie des Umweltbundesamts verursacht die Wintertourismusbranche in Österreich lediglich 0,9% des Gesamtenergieverbrauchs. Gleichzeitig steht der Tourismus für eine Wirtschaftsleistung von über 6%. Das Fazit von Salzburgs Seilbahnsprecher Erich Egger: „Der CO2-Ausstoß bei Seilbahnen und bei der Beschneiung ist gering. In Kombination mit modernem Schneemanagement sind die Skigebiete für die Zukunft bestens gerüstet.“ 

Dennoch ist die Branche nicht frei von Sorgen. Vor allem die Teuerung, die die Betriebe nicht zur Gänze an die Gäste weitergeben können, bereitet Kopfzerbrechen. „Die Lohnkosten sind in drei Jahren um 30% gestiegen, Energie ist teuer und die hohen Lebensmittelpreise treffen die Gastronomie genauso hart wie die Konsumenten“, erläutert Gastronomie-Obmann Albert Ebner. „Auch wenn im Tourismus oft über steigende Nächtigungszahlen gejubelt wird, ist es letztlich die Wertschöpfung, die zählt. Die zu erzielen, ist weiterhin herausfordernd“, resümiert Ebner.

SW
© SW Durch den Einsatz von HVO-Kraftstoffen können die Emissionen der Fahrzeuge auf fast null reduziert werden.

Nachhaltigkeit im Wintertourismus

Österreich gehört zu den nachhaltigsten Tourismusdestinationen weltweit. Nachfolgend die Faktenlage zum heimischen Wintertourismus:

  • Der Wintertourismus ist für 0,9% des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs pro Jahr verantwortlich (Tourismus gesamt: 1,6%).
  • 0,33% des österreichischen Gesamtstrombedarfs entfällt auf die künstliche Beschneiung.
  • Die Seilbahnen konnten in den vergangenen zehn Jahren 20% ihres Energieverbrauchs einsparen.
  • 18 Kilowattstunden beträgt der Gesamtenergieverbrauch pro Skifahrer und Tag. Eingerechnet ist hier die Energie für Seilbahnen, Beschneiung, Pistenpräparierung, Gastronomie, Heizung und Infrastruktur. Zum Vergleich: Eine halbe Stunde Jetskifahren verbraucht so viel Energie wie sieben Tage Skifahren.
  • 54% der verbrauchten Energie im Tourismus stammt aus erneuerbaren Quellen.
  • 90% der Energie für die Beschneiung kommt aus nachhaltigen Quellen.