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Wasser sparen im Betrieb: Vorsorge für trockene Zeiten

Salzburg erlebt ein trockenes Halbjahr. Wie Betriebe Wasser sparen, Kosten senken und sich gegen künftige Engpässe wappnen können.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 17.08.2026

Salzburg erlebt das trockenste erste Halbjahr der Messgeschichte. Sinkende Grundwasserstände machen deutlich: Wasser wird auch für Unternehmen zu einer wichtigen Ressource und zunehmend zu einem wirtschaftlichen Thema. Wer den Wasserverbrauch im Betrieb reduziert, senkt Kosten und macht sich widerstandsfähiger gegenüber künftigen Engpässen.

Wasser wird zum Betriebsrisiko

Trockenheit betrifft längst nicht mehr nur Landwirtschaft und Natur. Sie kann auch Energieversorgung, Lieferketten und die Verfügbarkeit regionaler Produkte beeinflussen. Für Österreich werden die Schäden durch Trockenheit aktuell auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Engpässe und steigende Preise bei Agrarprodukten können beispielsweise Gastronomie und Tourismus treffen. Auch Einschränkungen bei der kommunalen Wasserversorgung sind für Betriebe relevant. Besonders betroffen sind Produktionsunternehmen, die Grundwasser etwa für Kühlprozesse benötigen.

Wasser zu sparen ist deshalb nicht nur eine Frage der Verantwortung, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Ein geringerer Verbrauch reduziert Wasser- und Kanalgebühren und senkt zugleich den Energiebedarf für Warmwasser. „Viele Betriebe kennen ihren Stromverbrauch bis auf die Kilowattstunde, ihren Warmwasserverbrauch aber gar nicht. Dabei steckt in jedem Liter Warmwasser auch Energie“, sagt Trinkwasser-Hygienetechniker und Berater Sebastian Bernsteiner.

Großes Einsparpotenzial im Tourismus

Besonders hoch ist der Wasserverbrauch im Tourismus. Gäste verbrauchen bis zu dreimal so viel Wasser wie Menschen im privaten Bereich. Rund 70% des Wasserverbrauchs eines Hotels entfallen auf die Zimmer. Hier können bereits einfache Maßnahmen Wirkung zeigen: Durchflussbegrenzer an Duschen und Waschtischen, wassersparende Armaturen oder die Nutzung von Regenwasser für die Bewässerung reduzieren den Verbrauch, ohne den Komfort wesentlich einzuschränken.

Wie groß das Einsparpotenzial sein kann, zeigt das Badehospiz in Bad Gastein. Der Betrieb reduzierte seinen Warmwasserverbrauch um 36% und spart bei rund 50.000 Nächtigungen rund 30.700 € pro Jahr. Viele Maßnahmen zum Wassersparen amortisieren sich innerhalb von zwei bis vier Jahren und kommen ohne größere bauliche Eingriffe aus.

Wassermanagement senkt Kosten

Für Unternehmen lohnt es sich daher, den eigenen Wasserverbrauch zunächst genau zu analysieren: Wo wird wie viel Wasser verbraucht? Welche Prozesse benötigen besonders viel Warmwasser? Wo lassen sich Mengen reduzieren oder Wasser mehrfach nutzen? Und wie kann Regenwasser sinnvoll eingesetzt werden?

Das umwelt service salzburg unterstützt Betriebe mit bis zu 50% geförderten Beratungen – von der Analyse möglicher Risiken bis zur Entwicklung konkreter Maßnahmen zum Wassersparen. Damit können Unternehmen ihren Wasserverbrauch gezielt reduzieren, Betriebskosten senken und gleichzeitig zur Sicherung der Wasserversorgung in Salzburg beitragen.

Rund 550 Wassergenossenschaften und 75 Gemeinden mit eigenem Wasserwerk sichern in Salzburg die Trinkwasserversorgung. Ein bewusster Umgang mit der Ressource Wasser wird angesichts zunehmender Trockenperioden damit auch zu einer Frage der betrieblichen Vorsorge.

Hinweis
Tipp: Mit dem Beratungsmodul „Hitze & Starkniederschlag-Check“ können Betriebe ihre Risiken analysieren und konkrete Vorsorgemaßnahmen entwickeln.