WKS-Präsident Buchmüller: Heute Politik für morgen machen!
Österreich steht vor großen Herausforderungen, die langfristige Entscheidungen und mutige Reformen erfordern. WKS-Präsident Peter Buchmüller zeigt in seinem Kommentar auf, warum Aufschieben keine Lösung ist und welche Weichen jetzt für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden müssen.
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Die Aufschieberitis ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, mit der wohl jede und jeder schon einmal Bekanntschaft gemacht hat. Anstatt sich mit den wirklich wichtigen Themen zu beschäftigen und diese abzuarbeiten, zieht man einfachere Aufgaben vor. Sie kennen das sicher auch: Statt sich eingehend mit der Buchhaltung zu beschäftigen, beginnt man das Büro auf Vordermann zu bringen, weil das ja auch notwendig und irgendwie befriedigend ist. Ähnlich agiert offenbar die aktuelle Bundesregierung. Sie setzt lieber auf eine Politik der kleinen Schritte als auf eine mutige Reformagenda. Außerdem muss ja jetzt erst einmal der Staatshaushalt aufgeräumt werden, auch wenn das nur halbherzig geschieht. Das von Finanzminister Markus Marterbauer präsentierte Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 repräsentiert diese in Zahlen gegossene Politik.
Die Gründe für die Aufschieberitis sind vielfältig. Da wäre etwa der eigene hohe Anspruch, sprich Perfektionismus, der einen lähmt bei dem Vorhaben, in die Gänge zu kommen, oder die Angst vor Versagen und Kritik, die man für sein Tun ernten könnte. Ersteres würde ich der Bundesregierung nicht unterstellen, Zweiteres schon eher. Aber angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse der regierenden Parteien dürfte dies das geringste Problem sein. Meistens sind einem die negativen Auswirkungen des Aufschiebens bewusst. Das Problem wird immer größer und die Zeitnot nimmt zu. Man erinnere sich an Griechenland, das unter internationalem Druck schmerzhafte Reformen durchpeitschen musste. Es ist schon klar, dass Österreich nicht mit Griechenland vergleichbar ist, aber wenn man die Dinge noch länger aufschiebt, werden auch bei uns die Einschnitte schmerzhafter ausfallen müssen.
Als Gegenmittel zur Aufschieberitis wird etwa empfohlen, unangenehme Aufgaben sofort zu erledigen. Damit ist allerdings nicht das Durchpeitschen der EU-Lohntransparenzrichtlinie durch die SPÖ-Sozialministerin gemeint, die damit eine Bürokratielawine für Betriebe lostritt. Dringender wäre etwa die Erhöhung des Pensionsantrittsalters, die Österreich zukunftsfit machen würde. Weitere dringliche Maßnahmen gäbe es vor dem Hintergrund einer tickenden demografischen Bombe viele. Deshalb muss jetzt gehandelt werden, damit kommende Generationen eine Chance haben.