Zum Inhalt springen
Mike Vogl - Vogl-Perspektive.at
© Mike Vogl - Vogl-Perspektive.at

WorkVision: Messezentrum Salzburg - Menschen treffen Menschen

Im Mai 2024 wurde von der Messezentrum Salzburg GmbH (MZS) der Übernahmevertrag für den britischen Messeveranstalter RX Salzburg GmbH (früher Reed Messe) unterzeichnet.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 11.02.2026

Gesellschafter sind nun ausschließlich Stadt, Land und Wirtschaftskammer Salzburg. Zum Geschäftsführer wurde der Sales- und Messeprofi Alexander Kribus im November 2024 wiederbestellt. Bei einer Wertschöpfung von jährlich 100 Mill. Euro frequentieren gut 600.000 Besucher die angebotenen Veranstaltungen. Wie bekommt man eine passende Unternehmenskultur in ein gerade fusioniertes Unternehmen, das multiplen Anforderungen an einen Messe- und Veranstaltungsort standhalten muss? Chris Holzer hat bei Alexander Kribus nachgefragt.

Welchen Typ Mensch brauchen Sie im Unternehmen?

Wir sind 70 Mitarbeiter in acht Abteilungen. Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von der Veranstaltungstechnik mit vielen manuellen Tätigkeiten über Marketing-, Messe- und Eventteams mit Sensibilität für Besucherakquise und Veranstaltungsabwicklung bis hin zu Finanzwirtschaft und Controlling. Bei allem bringen wir viel Enthusiasmus auf, „Passion for the Business“ ist gefragt. Bei so großen Messen wie der „Alles für den Gast“ haben wir etwa die Hälfte unserer Belegschaft im Dauereinsatz. Die Mitarbeiter wissen, wie der Gesamtablauf funktionieren muss, und koordinieren viele Servicepartner in den Bereichen Sicherheit, Reinigung, Logistik und Catering. Da kommen noch einmal ca. 200 Personen dazu. Damit man bei Veranstaltungen nicht die Nerven verliert, ist viel eingeübtes Projektmanagement nötig, Checklisten werden abgearbeitet.

Wie schaut Euer Recruiting aus?

Wir sind sehr flach organisiert. Wir wollen bei Bewerberinnen und Bewerbern die Einstellung zur Arbeit herausfinden. Sie brauchen analytische Fähigkeiten und müssen mit Menschen umgehen können. Wir leben davon, dass Menschen Menschen treffen. Wir treffen auch mitunter auf schwierige Situationen, da müssen wir die richtigen Worte finden und zusammenhalten. Man muss auf Menschen zugehen können und sie zu überzeugen wissen.

Wie haben Sie es geschafft, die Unternehmenskultur aus zwei Betreiberfirmen zusammenzuführen?

Die letzten Monate waren sehr aufregend. Es gab die mentale Komponente, dass eine börsennotierte Konzernstruktur in eine lokale Identität umgewandelt wurde. Die juristische Abwicklung der Zusammenführung ist recht gut über die Bühne gegangen.

Bei allem bringen wir viel Enthusiasmus auf, ‚Passion for the Business‘ ist gefragt.

Darauf aufbauend haben wir genau auf das Empfinden aller Personen im Unternehmen geachtet. Wir wollten keine Ängste aufkommen lassen. Ist der Arbeitsplatz gesichert? Welches Gehalt bekomme ich? Wo ist mein Arbeitsplatz, mit welchen Aufgaben? Wer ist meine Chefin, mein Chef? Welche Perspektiven hat das Unternehmen und welche Rolle spiele ich dabei? Es hilft, mit Personen Gespräche zu führen und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Es hat geholfen, dass wir viel vom bestehenden Betrieb fortführen konnten. Ein Vorteil war auch, dass wir uns großteils alle persönlich gekannt haben, auch ich war vorher schon drei Jahre lang bei RX Salzburg tätig. Die Tätigkeit in der Praxis hat uns zusammengeschweißt. Wir haben eine „DNA“ für Salzburg entwickelt.

Ist es in der heutigen digitalen Welt schwer, Menschen „analog" an einem Platz zu versammeln?

In erster Linie braucht es interessante Themen, die im Trend liegen. Die durchgestandene Pandemie hat die Erkenntnis gebracht, dass sich Menschen doch gerne nach draußen bewegen und sich mit anderen Menschen persönlich treffen wollen. Bei persönlicher Kommunikation und dem Besuch von Veranstaltungen stößt das Digitale auf Grenzen. Die Faktoren Erlebnis, Emotion und Vertrauensgewinn stecken tief in uns drinnen und brauchen persönliche Begegnung. Das hilft uns im Messebereich, etwa bei Energieberatungen oder auch beim Beratungsgespräch über Fenstertausch auf Baumessen. Je größer der Investitionswunsch, desto mehr persönliches Gespräch wird von den Konsumenten und gewerblichen Kunden gesucht.