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Lenkprotokoll

Prinzipen - Pflichten - Ausnahmen 

Wann muss ein Lenkprotokoll geführt werden?

Ein Lenkprotokoll muss beim Lenken von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen geführt werden, in denen

  • kein EU-Kontrollgerät (analog oder digital) eingebaut ist oder
  • ein EU-Kontrollgerät nur freiwillig eingebaut ist, auf dessen Benutzung aber verzichtet wird und
  • soweit das Fahrzeug nicht von der Lenkprotokollpflicht ausgenommen ist.

In welchen Fahrzeugen muss kein EU-Kontrollgerät (Fahrtschreiber, Digitacho) eingebaut sein?

  • Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht einschließlich Anhänger oder Sattelanhänger von maximal 3,5 t
  • Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Fahrgastplätzen
  • „Handwerkerausnahme“: Fahrten mit Fahrzeugen mit Höchstgewicht von 7,5 t zur Beförderung von Material, Ausrüstungen, Maschinen, die der Fahrer zur Berufsausübung benötigt, sofern diese im Umkreis von 100 km vom Unternehmensstandort stattfinden und sofern das Lenken nicht die Haupttätigkeit des Fahrers darstellt
  • bestimmte Fahrzeuge, welche durch EU-Verordnung oder nationale Regelung explizit von der Kontrollgerätpflicht ausgenommen sind. Die Ausnahmen finden Sie unter hier.

In den von der Kontrollgerätpflicht ausgenommen Fahrzeugen muss daher ein Lenkprotokoll geführt werden, soweit nicht auch eine Ausnahme von der Lenkprotokoll-Pflicht besteht.

Wenn ein Kontrollgerät freiwillig eingebaut, kann der Lenker dieses ordnungsgemäß verwenden, oder auf dessen Verwendung verzichten und stattdessen ein Lenkprotokoll führen. Beispiel: mit dem LKW bis 3,5 t werden auch Anhänger gezogen, daher ist bei Kontrollgerät eingebaut. Bei Fahrten ohne Anhänger ist das Kontrollgerät „freiwillig“ eingebaut.

Wer ist von der Lenkprotokollpflicht ausgenommen?

  • selbstständige Lenker/selbstfahrende Unternehmer, da sie keine Arbeitnehmer sind
  • Lenker selbstfahrender Arbeitsmaschinen
  • Lenker der Kfz-Industrie, von Kfz-Werkstätten und Kfz-Handels bei Überstellungs- und Probefahrten
  • Taxis, die einen Taxameter eingebaut haben
  • PKW und Kombis, die nicht der Personenbeförderung dienen
  • Lenker von Geld-und Warentransporten
  • Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung mit max. 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht, wenn das Lenken des Kraftfahrzeuges nicht die berufliche Haupttätigkeit der Lenkerin/des Lenkers ist und die Lenkzeit während einer Kalenderwoche
    • täglich weniger als zwei Stunden beträgt, oder
    • täglich weniger als vier Stunden, sofern die wöchentliche Lenkzeit weniger als ein Fünftel der Wochenarbeitszeit beträgt.

 Welche Angaben muss das Lenkprotokoll enthalten?

  • Name des Lenkers (vor- und Nachname) oder der Lenker
  • Datum,
  • das behördliche Kennzeichen des oder der Kraftfahrzeuge,
  • Kilometerstand bei Beginn und bei Ende des Arbeitstages und bei Fahrzeugwechsel,
  • die folgenden Zeitangaben:
    • Beginn und Ende der Einsatzzeit, der Ruhepausen, sowie der Lenkpausen, soweit sie nicht mit Ruhepausen zusammenfallen, Beginn und Ende aller sonstigen Arbeitszeiten,
    • Gesamtdauer der Lenkzeit,
  • Unterschrift des Lenkers,
  • Bemerkungen (falls erforderlich, zB. bei Berichtigungen)

Auf der Website des Zentral-Arbeitsinspektorates stehen Muster-Lenkprotokolle zum Download zur Verfügung.

Elektronische Zeitaufzeichnung: diese ist unter Einhaltung gewisser strenger Voraussetzungen zulässig. Dazu werden im Internet eigene Softwarelösungen angeboten.

Pflichten des Lenkers

  • Eigenhändige Eintragung der erforderlichen Angaben ins Lenkprotokoll an Lenktagen, pro Lenktag ist ein einziges Lenkprotokoll zu verwenden. Für Tage ohne Lenkzeit muss kein EU-Formblatt für lenkfreie Tage ausgefüllt werden.
  • Achtung: Ausbesserungen durch Radieren oder Überschreiben sind unzulässig. Alle Fehler (auch bloße Schreibfehler) sind im Feld „Bemerkungen“ zu berichtigen. Streichungen fehlerhafter Einträge sind nur zulässig, wenn der ursprüngliche Eintrag erkennbar bleibt. Andernfalls ist eine Berichtigung im Feld „Bemerkungen“ vorzunehmen.
  • Mitführung aller Lenkprotokolle der letzten 28 Kalendertage im Fahrzeug und Vorlage der Lenkprotokolle an Kontrollorgane auf deren Verlangen
  • Übergabe der Lenkprotokolle nach Ende der Mitführpflicht an den Unternehmer

Pflichten des Unternehmens

  • kostenlose und ausreichende Ausgabe von Lenkprotokollen an das Fahrpersonal
  • Anleitung des Fahrpersonals zur ordnungsgemäßen Verwendung der Lenkprotokolle und Durchführung diesbezüglicher Kontrollen
  • Führung eines Arbeitnehmer-Verzeichnisses aller Lenker samt Geburtsdatum
  • Mindestens 1x pro Monat Überprüfung der Lenkprotokolle auf Vollständigkeit der Eintragungen und Vermerk darüber im Verzeichnis mit Datum und Unterschrift
  • Aufbewahrung der Lenkprotokolle geordnet nach Lenkern und Datum für mindestens 2 Jahre
  • Vorlage der Lenkprotokolle samt Verzeichnis an behördliche Kontrollorgane auf deren Verlangen
  • Auf Verlangen sind dem Lenker kostenlose Kopien der Lenkprotokolle (bei elektronischer Führung kostenlose Ausdrucke) auszuhändigen.

Rechtsgrundlagen