Kfz-Branchenvertreter drücken aufs Tempo
Branchentreff rund um die Mobilität: Mit 250 Teilnehmern aus Kfz-Technik und Autohandel war das Schloss Vasoldsberg auch heuer wieder gut gefüllt.
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Alle Jahre wieder ist der „Tag der Kfz-Wirtschaft“ ein Fixpunkt für Unternehmer aus der Kfz-Technik und dem Autohandel – treffen sich doch hunderte weiß-grüne Unternehmer aus der Branche, um sich auszutauschen und Infos aus erster Hand zu bekommen. So konnten die Gastgeber Peter Jagersberger (Obmann Kfz-Handel), Thomas Marichhofer (Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik) und Josef Niegelhell (Vertreter Karosseriebautechnik) auch heuer wieder rund 250 Unternehmer von Bad Aussee bis Bad Radkersburg beim Branchentreff rund um das Thema Mobilität begrüßen.
Auf der Agenda der Interessenvertreter stand eine Fülle an „heißen Eisen“ aus der Branche. So berichtete etwa Jagersberger über die geplante Einführung des Sachbezugs für die Privatnutzung von Dienstfahrzeugen. „Genau die Befreiung vom Sachbezug war es, die der E-Mobilität in der Vergangenheit einen massiven Anschub verliehen hat“, kritisiert er die geplante Änderung. „70 Prozent aller E-Autos werden von gewerblichen Kunden gekauft. Sie haben investiert in Ladestationen, PV-Anlagen und vieles mehr. Jetzt fehlt die Planungssicherheit. Die Verunsicherung und der Vertrauensverlust sind groß“, spricht er von einer „schallenden Ohrfeige“.
Positiv sei indes das Vorjahresgeschäft gelaufen, berichtet der Obmann des Kfz-Handels. Die Branche umfasst steiermarkweit knapp 2.500 Unternehmen mit fast 7.400 Mitarbeitern. „Nach dem postcoronabedingten Rückstau sind die Gesamtzahlen jetzt wieder im positiven Bereich. Wir sind mit 15 Prozent klar im Plus“, so Jagersberger. Auch heuer zeige sich ein Aufwärtstrend. „Die Frequenz in den Autohäusern ist besser als im Vorjahr.“
Einen aktuell positiven Befund stellt auch Innungsmeister Thomas Marichhofer „seiner“ Fahrzeugtechnik aus. „Mit Reifenumstecken, Bremsenreparaturen und Urlaubschecks sind unsere Werkstätten gut gefüllt.“ Steiermarkweit werden in der Kfz-Technik und in der Karosseriebautechnik rund 1.500 Betriebe mit über 4.000 Beschäftigten gezählt. Sorgenfalten bereitet die Verlängerung der „pickerlfreien“ Überprüfungszeit von drei auf vier Jahre. Diese Maßnahme sei ohne Einbindung der Expertise der Kfz-Technik beschlossen worden, moniert der Interessenvertreter: „Es ist statistisch erwiesen, dass Fahrzeuge drei Jahre nach der Erstzulassung bereits schwere Mängel aufweisen können.“ Überdies würden dem Staat durch die fehlende Pickerlüberprüfung in der ohnedies angespannten Budgetsituation 17 Millionen Euro jährlich entgehen. Die Kfz-Technik ist zudem auch wichtiger Lehrlingsausbildner: Aktuell bildet die Branche über 1.000 Jugendliche aus. „Das Fachkräfte-Problem können wir nur in den Griff bekommen, indem wir selbst ausbilden“, sagt er in Richtung der Ausbildungsbetriebe.
Aus der Karosseriebautechnik berichtete Josef Niegelhell von einem „durchwachsenen Jahr“. Die Unfallzahlen seien rückläufig, entsprechend geringer fallen die Schäden aus. „Allerdings steigt der Druck aus der Versicherungswirtschaft, Reparaturen günstig durchzuführen.“ Genau das werde aber wegen der neuen Technologien, die in den Autos verbaut sind, zunehmend schwieriger. Entsprechend würden auch die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen. In der Steiermark gibt es rund 150 Betriebe aus dem Bereich Lack und Karosseriebautechnik.
Ein Schwerpunkt war beim Kfz-Branchentreff auch heuer wieder dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet. „Nachhaltigkeit und Wirtschaft schließen sich nicht aus – im Gegenteil, es kann sogar ein enormer Wettbewerbsvorteil sein“, so WKO-Vizepräsidentin Gabi Lechner. Über das Potenzial von Energieeinsparungsmaßnahmen im Betrieb sprach Johannes Bittmann von der WIN-Energieberatung. „Die Sensibilität der Betriebe für das Thema steigt, aber es gibt noch viel Optimierungspotenzial“, weiß der Experte. Rund zehn bis 30 Prozent der Energie könne man mit einfachen Maßnahmen wie Absenkungen in der Nacht oder am Wochenende einsparen – und damit tausende Euro an Kosten sparen.
Für jeden Betrieb gelte es, individuelle Maßnahmen zu treffen. Martin Fuchs vom Autohaus Harmtodt hat das geförderte Beratungsangebot bereits in Anspruch genommen. „Wir haben Energiefühler installiert und daraus Maßnahmen abgeleitet – und profitieren tagtäglich davon“, sagte er.
Nicht zuletzt wurden auch zahlreiche langjährige Unternehmer aus der Kfz-Branche vor den Vorhang geholt und mit einer Auszeichnung bedacht (siehe weiter unten).
Auszeichnung für langjähriges Unternehmertum
25 Jahre: ARBÖ; Auto Hüttel; Auto Degen e.U.; Autobedarf Karl Kastner GmbH; Adolf Leopold KG; 30 Jahre: Börni Roller- und Mopedhandel GmbH; Buljubasic Handel e.U.; Michael Rudoph, ÖAMTC; Bernhard Walzer GmbH; 35 Jahre: Erwin Absenger; Eichmann Landtechnik; Gerhard Horn; Georgios Lazarou; 40 Jahre: Auto Lasser GmbH; Autohaus Poprask; Autohaus Käfer GmbH & Co KG; 45 Jahre: Hermann GmbH; 50 Jahre: Autohaus Peindl GmbH; Johann Huber Spedition und Transport GmbH; 55 Jahre: Autohaus Frieszl GmbH; Autohaus Weberhofer e.U.; Florian GmbH; Wallner Hermann; 60 Jahre: Johann Tscherntschitsch GmbH & Co KG; Auto Wechtitsch GmbH; 65 Jahre: Theodor Mager GmbH; 70 Jahre: Autohaus Fior GmbH; 95 Jahre: Trummer Beteiligungs GmbH; 100 Jahre: Erich Kleindienst; 105 Jahre: Franz Fripertinger GmbH; 120 Jahre: Bierbaumer GmbH