Steirer lässt Autofans auf Eis und Sand driften
Als eines von wenigen Unternehmen weltweit bietet „PureDriving“ Fahr-trainings auf einem gefrorenen See in Lappland – und plant weitere Highlights.
Lesedauer: 3 Minuten
Wer an Lappland denkt, hat vermutlich weite Landschaften, winterliche Temperaturen, Rentiere und ähnliches im Kopf. Nur den wenigsten kommen dabei wohl Autos in den Sinn. Zu Unrecht, wie Gerald Feichtinger weiß. Der Grazer bietet mit seinem Unternehmen „PureDriving“ Eisdriften auf einem gefrorenen See in Schweden an – für Österreich ist er damit Pionier.
Dabei wollte Feichtinger ursprünglich in die Medizin – entwickelte aber eine Leidenschaft für den Motorsport. Schnell war er als Hobby-Rennfahrer aktiv, veranstaltete selbst Drift-Events und ließ sich vom ÖAMTC zum Instruktor ausbilden. Heißt: Er übernahm Fahrsicherheitstrainings und coachte auch individuell auf der Rennstrecke. Mit 2023 gründete der Steirer dann PureDriving – nachdem sich die Chance ergeben hatte, Infrastruktur und Kundenstamm von einem deutschen Unternehmer zu übernehmen. „Ich habe für ihn schon seit Jahren Trainings in Schweden begleitet – und mir war klar: Lässt man eine Saison aus, ist man weg vom Fenster.“ Zu stark die internationale Konkurrenz vor Ort – primär durch die großen Autohersteller.
„In Lappland haben wir einen exklusiv für uns präparierten See“, so Feichtinger. Neben Coachings werden auch Highlights wie Schlittenhund- oder Schneemobil-Fahrten geboten. Im Fokus steht aber das Driften am See. Angst müsse man davor keine haben, wie Feichtinger betont: „Das Eis ist 70 Zentimeter dick, das hält einen Sattelschlepper aus.“
„So gut wie jeder hat Spaß am Autofahren – aber nur die wenigsten leben es aus. Wir machen das in Schweden und bald Saudi Arabien möglich.“

Gerald Feichtinger
PureDriving
Gefahren wird dann auf einer 600 Meter langen und 100 Meter breiten Übungsfläche mit mehreren Parcours. „Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen, es hat ja nicht jeder den gleichen Erfahrungsschatz.“ Auf die Teilnehmer – oft Privatpersonen, besonders häufig aber B2B-Kunden – wartet ein besonderes Erlebnis. „Allrad-Driften ist eines der schwersten Dinge, die man mit einem Auto machen kann. Umso größer der Stolz, wenn man es geschafft hat“, so Feichtinger.
Daneben soll das Angebot von PureDriving ganzjährig ausgebaut werden. „Ich will mit Sportwagen-Touren starten und dabei speziell Autohäuser als Kooperationspartner gewinnen“, erklärt der Unternehmer. Geführte Touren, mit eigenem Medienauto (für Fotos und Co.), Übernachtungen und mehr. Und auch nach weiteren Ländern streckt man die Fühler aus. So plant Feichtinger ein Offroad-Angebot in Saudi Arabien. „Ein sehr vielseitiges Land – mit Bergen, Küsten und Steppen. Da kann man offroad viel machen – und das bietet sonst niemand an.“
Quergefragt
Was ist Ihre Vision?
Feichtinger: Auofahr-Erlebnisse für Menschen zugänglich zu machen.
Was ist das Besondere?
Ein Angebot wie unseres gibt es sonst nicht.
Was sind die größten Herausforderungen?
Sichtbarkeit – und dass alles sehr kapitalintensiv ist.