Prompt Engineering
Eingabe präziser Anweisungen in das KI-System
Lesedauer: 3 Minuten
Für Unternehmen, die in die KI-Entwicklung einsteigen möchten, bieten sich verschiedene Wege an, die sich in ihrer Komplexität und dem erforderlichen Ressourceneinsatz unterscheiden. Der einfachste und zugleich praktischste Einstieg erfolgt über das sogenannte Prompt Engineering. Dieser Ansatz lässt sich gut mit einem Einarbeitungsprozess vergleichen: Ähnlich wie Sie neuen Mitarbeitenden genaue Arbeitsanweisungen geben, formulieren Sie beim Prompt Engineering präzise Anweisungen für das KI-System. Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass keine Programmierkenntnisse erforderlich sind. Stattdessen ist vor allem ein gutes Verständnis der eigenen geschäftlichen Anforderungen sowie die Fähigkeit, diese klar zu kommunizieren, gefragt.
Tools für den Einstieg
ChatGPT Enterprise, Claude for Work, Google Gemini Business ermöglichen Team-Nutzung mit Datenschutz-Garantien. Moderne No-Code-Plattformen wie Zapier AI, Make.com oder n8n ermöglichen KI-Integration in bestehende Workflows ohne Programmierung.
Kostengröße
20-200€ pro Monat pro Nutzer für Business-Lizenzen.
Ein praktisches Beispiel verdeutlicht dies: Nehmen wir an, Sie betreiben einen Online-Shop und möchten KI im Kundenservice einsetzen. Sie würden dem System dann genaue Anweisungen geben, wie es auf verschiedene Kundenanfragen reagieren soll. Diese Anweisungen könnten beispielsweise festlegen, wie Kunden begrüßt werden sollen, wie bei Reklamationen vorzugehen ist oder wann ein menschlicher Mitarbeiter hinzugezogen werden muss. Durch eine sorgfältige Formulierung dieser Anweisungen stellen Sie sicher, dass die KI in Ihrem Sinne und nach Ihren Qualitätsstandards arbeitet.
Beispiel: Kundenservice-Prompt
„Du bist der erste Kundenservice-Kontakt für unseren Online-Shop [Unternehmensname], der Kleidung und Accessoires verkauft. Befolge diese Richtlinien in deiner Kommunikation:
- Beginne ein Gespräch stets freundlich mit ‚Willkommen bei [Unternehmensname]', gehe hiernach konkret auf die Frage der Kundschaft ein
- Frage aktiv nach weiteren Details, wenn die Anfrage unklar ist
- Bei Fragen zu Größen und Passform: Bitte nach genauen Körpermaßen und gewünschtem Tragegefühl
- Bei Reklamationen: Drücke Verständnis aus und frage nach der Bestellnummer und dem genauen Problem
- Bei Lieferzeitanfragen: Erkläre, dass die Standard-Lieferzeit 2-3 Werktage beträgt
- Bei komplexen technischen Problemen oder Beschwerden: Leite die Person höflich an einen menschlichen Mitarbeitenden weiter mit ‚Ich verbinde Sie gerne mit unserem spezialisierten Team für eine ausführliche Beratung'
- Beende jedes Gespräch mit ‚Danke für Ihr Vertrauen in [Unternehmensname]. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?'"
Um die Qualität der KI-Antworten zu prüfen, testen Sie den Prompt mit verschiedenen typischen Anfragen:
Anfrage 1: „Hallo, meine Bestellung ist noch nicht angekommen."
Erwartete KI-Antwort: „Willkommen bei [Unternehmensname]! Um Ihnen bei Ihrer Lieferung bestmöglich zu helfen, benötige ich bitte Ihre Bestellnummer..."
Anfrage 2: „Welche Größe soll ich bei der blauen Hose nehmen?"
Erwartete KI-Antwort: „Willkommen bei [Unternehmensname]! Für eine optimale Größenberatung bei der blauen Hose bräuchte ich von Ihnen bitte folgende Informationen: Ihre übliche Größe und Ihre bevorzugte Trageweise..."
Systematisches Testing
Überprüfen Sie regelmäßig stichprobenartig die KI-Antworten mit Testdatensätzen und definieren Sie KPIs wie Genauigkeit, Antwortzeit und Kundenzufriedenheit. Passen Sie den Prompt basierend auf häufigen Kundenanfragen, typischen Missverständnissen, Feedback und saisonalen Besonderheiten an.
Die KI sollte nur die erste Kontaktaufnahme übernehmen und bei komplexeren Anliegen an menschliche Mitarbeitende übergeben. Zu diesem Zeitpunkt hat das System jedoch noch keine genaueren Informationen über Ihr Unternehmen, sondern „weiß" nur die im Prompt enthaltenen Informationen.