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80 Jahre im Dienst der Fahrgäste - in Salzburg und quer durch Europa

Mit zwei restaurierten DKW-Autos begann 1946 die Geschichte des Salzburger Familien­unter­­nehmens Taxi- und Mietw­agenservice Erhart. Heute, 80 Jahre später, blickt Seniorchef Friedrich Erhart auf ein bewegtes Unter­nehmerleben zurück – geprägt von Weit­blick, Einsatz und der Leidenschaft für Menschen.

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Aktualisiert am 09.04.2026

„Ich war der Lehrbursche des Mechanikers“, erinnert sich Erhart schmunzelnd an seine Kindheit. In der Werkstätte des Vaters half er früh mit – zunächst spielerisch, später mit wachsender Verantwortung. Dass er eines Tages selbst in den Betrieb einsteigen würde, war jedoch keineswegs von Anfang an klar.

Nach der Matura schlug Erhart zunächst einen anderen Weg ein und arbeitete bei den Tauernkraftwerken. Parallel dazu übernahm er immer wieder Fahrten im Familienbetrieb – und diese führten weit über Salzburg hinaus. „Wir hatten Touren durch ganz Europa“, erzählt er. „In der Nachkriegszeit hatten wir viel Geschäft mit den Eltern von GIs, die wir durch ganz Europa gefahren haben.“ Da waren Flugreisen noch selten und teuer, das Mietwagenunternehmen oft die einzige Verbindung über Ländergrenzen hinweg.

Erhart
© Erhart Friedrich Erhart mit seinem Einsatzwagen

1977 kam die entscheidende Zäsur: Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm Erhart den Betrieb, zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter im Personalwesen. „Die größte Herausforderung war, alles unter einen Hut zu bringen – und noch Zeit für die Familie zu finden“, sagt er rückblickend.

Unter seiner Führung wurde das Unternehmen neu ausgerichtet. Statt langer Auslandsfahrten konzentrierte man sich zunehmend auf das Taxigeschäft in der Stadt. Eine Entscheidung, die auch dem Wandel der Branche Rechnung trug, aufgrund steigender Konkurrenz, veränderter Mobilitätsbedürfnisse und neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen. „Heutzutage ist es schwieriger, gutes Personal zu finden“, stellt Erhart fest. Gleichzeitig habe die Zahl der Konzessionen stark zugenommen – es sei ein harter Wettbewerb in einem sich wandelnden Markt.

Was es brauche, um über Jahrzehnte erfolgreich zu bleiben? Für Erhart ist die Antwort klar: „Durchhaltevermögen, Kontinuität und guter Service.“ Dazu gehörte für ihn immer auch ein professioneller Auftritt: „Ein Chauffeur mit gebügeltem Hemd, schwarzer Hose und Sakko – das hat uns von anderen unterschieden.“ Viele Stammkunden hätten diese Qualität geschätzt.

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© Erhart Sein Vater Hans Erhart auf einer seiner Reisen in Paris.

Die Geschichten aus acht Jahrzehnten Unternehmensgeschichte sind zahlreich. Prominente Fahrgäste wie Arnold Schwarzenegger, Stars wie Mirella Freni oder Elisabeth Schwarzkopf saßen in seinen Fahrzeugen. Auch bei der Hochzeit von Karl Habsburg war das Unternehmen im Einsatz. So manche Erlebnisse sind bis heute unvergessen. Etwa, als ein Flug verpasst zu werden drohte: „Da hat uns der damalige Flughafenchef das Tor zur Rollbahn geöffnet – und ich bin mit dem VW-Bus direkt zum Flugzeug gefahren."

Trotz aller Veränderungen ist eines für Erhart gleichgeblieben: die Freude an seiner Arbeit. Der Kontakt mit Menschen, das Vertrauen der Fahrgäste und die Vielfalt der Begegnungen seien für ihn bis heute der Antrieb. Ein Unternehmerleben, das zeigt: Beständigkeit, Leidenschaft und der Blick für Menschen sind oft die verlässlichsten Wegbegleiter – auch über 80 Jahre hinweg.

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