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dForce Technology GmbH: Drohnen-Revolution für den Weltmarkt

Die in Neukirchen am Großvenediger ansässige dForce Technology GmbH ist auf dem besten Weg, den internationalen Drohnenmarkt zu revolutionieren. Das Unternehmen hat eine neue Software entwickelt, die Kleindrohnen erstmals zu autonomer Navigation ohne Satellitenverbindung befähigt.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 25.02.2026

Die Basistechnologie wurde von dem Ukrainer Vitalii Yehorov entwickelt. Gemeinsam mit seiner Partnerin Daria war er schon in seinem Heimatland mit Drohnentechnik beschäftigt. Zusammen mit dem Salzburger An­dreas Spechtler, Tech-Business-Builder und früher Präsident bei Dolby Labs, und dem Oberösterreicher Andreas Perotti, einem der führenden Industrie- und Drohnen­experten im Bereich autonomer Systeme, wurde aus der Technologie ein Softwareprodukt geschaffen und das Unternehmen gegründet, das aktuell Teil der Startup Salzburg Factory ist.

„Wir sind sicherlich kein klassisches Start-up mehr, aber wir finden große Unterstützung im Kreis von Startup Salzburg“, erläutern die Gründer. Aktuell gibt es intensive Gespräche mit internationalen Defence-Herstellern, die Interesse an der Software namens Force AI haben. Auch auf der Seetaler Alpe, einem Truppenübungsplatz des Österreichischen Bundesheeres, wurde das System bereits erfolgreich getestet.

Der größte Vorteil der Software ist, dass sie nun auch Kleindrohnen befähigt, unabhängig von Satelliten oder anderen externen Systemen zu navigieren. „Da unser Produkt eine reine Softwarelösung bietet, braucht es kein zusätzliches Hardwaremodul, keine zusätzlichen Kameras oder andere Sensoriken. Diese Features würden auf Kleindrohnen auch kaum funktionieren, weil sie schlicht zu schwer und zu teuer sind“, erläutert Perotti. Da die Drohne ohne Funksignale auskommt, ist sie zudem immun gegen elektronische Störversuche wie Jamming oder Spoofing.

Enforce Tac
© Enforce Tac Andreas Perotti (sitzend, rechts) bei einer Diskussion bei der Enforce Tac in Nürnberg, einer der größten Defence-Messen der Welt.

Militärische und zivile Nutzung

Die Navigation ohne Satelliten- oder sonstige Funksignale funktioniert dank eines synthetischen GPS. „Vereinfacht könnte man sagen, wir lassen den Flight-Controller einer Drohne glauben, dass er nach wie vor eine GPS-Verbindung hat, obwohl keine besteht“, erklärt Yehorov. Die Technologie ist allerdings nicht nur für militärische, sondern auch für zivile Zwecke einsetzbar. „Wir bieten ein klassisches Dual-Use-Produkt an, das von der militärischen Aufklärung bis zur zivilen Paketzustellung nutzbar ist“, unterstreicht Spechtler.

Gerade in der Logistik sehen die Gründer ein großes Zukunftspotenzial: „Amazon arbeitet schon länger an Paketdrohnen, und auch in Asien ist die Low-Altitude-Economy ein Wachstumsfeld.“ Auch hier kommt es – wie im Defence-Bereich – auf hundertprozentige Kontrolle über die Drohne an. Bei einer externen Funksteuerung würden sich etwa durch hohe Gebäude viel zu viele Störfelder ergeben.

Was den Defence-Bereich betrifft, so sind die Gründer froh, dass nun ein Umdenken in der breiten Bevölkerung stattfindet: „Sicherheit geht uns alle an. Das ist nicht nur positiv für die europäische Defence-Wirtschaft, sondern eine Grundvoraussetzung für eine gute zivil-militärische Zusammenarbeit, die unseren westlichen Demokratien den notwendigen Schutz vor Aggressoren bietet.“

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