EnerCube startet voll durch
Im vergangenen Jahr ging es für EnerCube steil bergauf. Das Start-up aus Köstendorf konnte den Umsatz deutlich steigern und einen Großauftrag an Land ziehen. Ein Ende des Erfolgslaufs ist nicht abzusehen.
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Die EnerCube GmbH entwickelt und vertreibt modulare Wärmepumpen-Systeme. Die erforderlichen Komponenten – darunter Regeltechnik, Warmwasseraufbereitung und Pufferspeicher – werden in einem quaderförmigen Container verbaut, der etwa so groß wie ein Pkw-Stellplatz ist. Alte Öl- bzw. Gasheizungen in Gebäuden mit bis zu 50 Wohneinheiten können so schnell und einfach ausgetauscht werden.
EnerCube wurde 2023 von David Riedl und Laurenz Sutterlüty gegründet, die ersten Prototypen fertigten die beiden Jungunternehmer noch in Riedls privatem Carport. Seither ist viel passiert. „Wir sind nicht mehr zu zweit, sondern ein Team von 18 Leuten“, erzählt Riedl.
Im vergangenen Jahr holte sich die EnerCube GmbH beim Salzburger Wirtschaftspreis WIKARUS den Sieg in der Kategorie „Unternehmensgründung“ und den dritten Platz in der Kategorie „Innovation“. Danach ging es Schlag auf Schlag. „2025 war unser bisher bestes Jahr“, sagt Riedl. „Der Umsatz wurde gegenüber 2024 verdreifacht. Außerdem ist es uns gelungen, einen Großauftrag von Vonovia, dem größten Immobilienentwickler Europas, zu ergattern. Das ermöglicht uns auch in den nächsten Jahren ein strukturiertes Wachstum.“
Der Rahmenvertrag mit Vonovia läuft bis 2029 und umfasst mehr als 1.000 Wärmepumpen-Systeme für Wohnanlagen in Deutschland. Produziert werden die „Cubes“ nicht am Unternehmenssitz in Köstendorf, sondern von einem Partner in Aachen. Vonovia ist mittlerweile mit 10% bei der EnerCube GmbH eingestiegen. „Operativ ändert sich dadurch nichts“, betont Riedl. „Wir nutzen die vorhandenen Synergien, bleiben aber völlig unabhängig.“ Weitere Investoren seien nicht erwünscht, so der Gründer.
Die Zeichen stehen aber nach wie vor auf Wachstum. EnerCube will in den nächsten vier Jahren zusätzlich zu den 1.000 Wärmepumpen für Vonovia noch einmal 1.000 „Cubes“ verkaufen. „In der Produktion gibt es keine Obergrenze, weil wir sehr starke Partner und Lieferanten haben“, sagt Riedl. Er hat nicht nur die Auslandsmärkte Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn im Visier. „Wir haben unsere Fühler auch schon in die Ukraine ausgestreckt.“
Wir investieren mehrere Millionen in ein neues Headquarter.
David Riedl
Gründer und Geschäftsführer
Um für weiteres Wachstum gerüstet zu sein, wird das Start-up direkt neben dem jetzigen Standort ein neues Headquarter errichten lassen. „Wir investieren inklusive der Grundstückskosten mehrere Millionen Euro in dieses Projekt und werden Mitte 2027 übersiedeln“, sagt Riedl. Der neue Entwicklungs- und Produktionsstandort werde Platz für bis zu 60 Mitarbeiter bieten. EnerCube suche „laufend motivierte Menschen, die mit uns die Energiewende vorantreiben wollen“.