Mechatronik Austria schaffte den Umschwung
Nach einem fulminanten Start setzten die stark steigenden Kosten das auf Softwareentwicklung, Roboterkomponenten und Prüfwesen spezialisierte Pinzgauer Unternehmen Mechatronik Austria unter Druck. Dank eines umfangreichen Einsparungsprogramms geht es nun aber wieder steil bergauf.
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"Die Lohn- und Lohnnebenkosten sind ebenso wie Energiepreise, Zinsen und die Kosten für den Wareneinsatz dramatisch nach oben gegangen. Für uns betrug der Anstieg allein in den vergangenen drei Jahren über 35%“, schildert Markus Zehentner, Gründer und Geschäftsführer von Mechatronik Austria. "Aufgrund von Rahmenvereinbarungen war es oft nicht möglich, die Kostensteigerungen zeitnah an die Kunden weiterzugeben.“
Das Unternehmen mit Sitz in Saalfelden holte sich externe Unterstützung und reagierte mit einer Reihe von Maßnahmen auf diese Entwicklung. "Es ist uns gelungen, mit Hilfe der GFB Wirtschaftsberatung in Zell am See die Kosten wieder in den Griff zu bekommen“, erklärt Zehentner. Um unabhängiger von den Energiepreisen zu werden, habe man etwa 1 Mill. € in die Umstellung von Gasheizung auf Wärmepumpe sowie in Elektrofahrzeuge in Kombination mit einer hauseigenen PV-Anlage mit einer Leistung von 110 Kilowatt-Peak investiert.
Auftragsbücher sind voll
Die Maßnahmen zeigten rasch Wirkung. "Wir haben Mitte vergangenen Jahres den Turnaround geschafft und schreiben seither ordentliche Gewinne“, betont Zehentner. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 wird der Umsatz voraussichtlich von 3,6 auf fast 5 Mill. € steigen. "Wir werden ungefähr 500.000 € Gewinn machen und die Eigenkapitalquote auf knapp 30% erhöhen. Wegen der guten Auftragslage müssen wir sogar Projekte ablehnen oder auf nächstes Jahr verschieben“, sagt der Geschäftsführer.
Mechatronik Austria hat 2021 von drei namhaften deutschen Herstellern von Roboterhardware die Exklusivvertretung für Österreich erhalten. Mittlerweile erzielt das Unternehmen etwa 30% seines Umsatzes im Bereich Robotik. 20% entfallen auf das Prüfwesen, also auf wiederkehrende Prüfungen etwa von Toren, Hebebühnen oder Kranen.
Das Hauptstandbein ist aber die Softwareentwicklung und Programmierung. "Wir setzen sehr stark auf den sogenannten digitalen Zwilling und sind hier Vorreiter in Österreich“, erklärt Zehentner. "Mit dem digitalen Zwilling können unsere Mitarbeiter im Haus die Anlage eines Kunden vorab programmieren, testen und fast vollständig in Betrieb nehmen. Die virtuelle Inbetriebnahme spart den Kunden nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld.“
Zehentner rechnet auch in den nächsten Jahren mit kräftigen Umsatzzuwächsen. "Unser Strategieplan 2035 sieht vor, dass wir in neun Jahren die Marke von 15 Mill. € erreichen werden. Zugleich soll die Zahl der Mitarbeiter auf knapp 50 verdoppelt werden.“