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Piste
© Sebastian-Brötzner

Original+ kämpft sich zurück

Für das Folgeunternehmen des vor gut zweieinhalb Jahren in den Konkurs geschlitterten Premium-Skihersteller Original+ geht es wieder bergauf. Die Verkaufszahlen steigen stark an, nun sollen am Standort in Bergheim auch Rennski gebaut werden. 

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 06.02.2026

Siegfried Rumpfhuber hat in seiner beruflichen Laufbahn schon einige Höhen und Tiefen erlebt. Rumpfhuber arbeitet seit vielen Jahren in der Skiindustrie, er war unter anderem Produktmanager bei Fischer und Miteigentümer von Kästle. 2016 gründete er sein eigenes Unternehmen Original+. "Wir bauen Ski, die auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben unserer Kunden abgestimmt sind. Biometrische Werte wie Gewicht, Alter oder Fitness spielen dabei ebenso eine Rolle wie die skitechnischen Grundlagen“, erklärt Rumpfhuber. "Jeder Kunde erhält sein persönliches Paar Ski. Die technischen Details wie Skilänge, Skibreite oder Steifigkeit basieren auf den ermittelten Daten. Selbst wenn man nur die technische Seite betrachtet, gibt es bereits rund 600 unterschiedliche Varianten.“  

Siegfried Rumfhuber gründete vor zehn Jahren Original+. Heute ist er Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter.
© Michael Grössinger Fotografie Siegfried Rumfhuber gründete vor zehn Jahren Original+. Heute ist er Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter.

Die ersten Ski der neuen Marke kamen 2018 auf den Markt und wurden mit Preisen geradezu überhäuft. Original+ holte zweimal den internationalen ISPO-Award und wurde von der WKO als "Born Global Champion“ ausgezeichnet. Dann kam der jähe Absturz: Im Sommer 2023 musste Rumpfhuber Konkurs anmelden: "Wir hatten nicht nur mit Corona-Nachwehen, sondern auch mit Lieferkettenproblemen zu kämpfen. Dazu kam, dass der neue Produktionsstandort in Bergheim noch nicht fertig war. Deshalb konnten wir nur einen kleinen Teil unserer Skimodelle herstellen.“  

Der Unternehmer hatte sich bereits mit dem Aus für Original+ abgefunden, als sich plötzlich ein Investor meldete. "Er hat mir angeboten, als Geschäftsführer weiterzumachen und bei Original+ 2.0 mit dabei zu sein“, berichtet Rumpfhuber. In der neuen Firma sind ein Norweger, der in der Sportindustrie tätig ist, und ein slowenischer Investor aus der IT-Branche Mehrheitsgesellschafter. Rumpfhuber hält 9% der Anteile.  

Investitionen machen sich bezahlt

Die Eigentümer modernisierten die Produktion und weiteten die Kapazitäten deutlich aus. Unter anderem wurden vier zusätzliche Skipressen angeschafft. Die Investitionen machten sich bezahlt. Wurden im ersten Jahr nach dem Neustart noch rund 1.000 Paar Ski über den Webshop verkauft, waren es 2025 bereits 1.400. Heuer sollen es etwa 2.200 Paar werden. "Wir sind am Standort für 6.000 bis 7.000 Paar Ski aufgestellt und wollen bis 2030 auch dorthin kommen“, erklärt Rumpfhuber. Schwarze Zahlen soll Original+ bereits ab dem Geschäftsjahr 2027/28 schreiben.  

Hauptzielgruppe von Original+ sind sportliche und anspruchsvolle Skifahrer, die bereit sind, für maßgeschneiderte „Brettln“ etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
© Michael Grössinger Fotografie Hauptzielgruppe von Original+ sind sportliche und anspruchsvolle Skifahrer, die bereit sind, für maßgeschneiderte "Brettln“ etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

In Bergheim werden neben Slalom-, Riesentorlauf und Tourenski auch Crosscarver gebaut. Dazu kommt der Freeride-Bereich, den die Zweitmarke "Down“ abdeckt. "Wir sind eine Edelmanufaktur, die mit industriellen Anlagen fertigt. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, meint Rumpfhuber. Ab dem Frühjahr können auch Rennski für Jugendliche und für Hobbyrennläufer im Erwachsenenalter bestellt werden. "Das Thema ist wirtschaftlich interessant, weil Rennläufer viel Material brauchen. Zudem bieten die großen, im Rennsport engagierten Marken keine individuell angepassten Ski an“, so Rumpfhuber.


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