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Johann Lafer, im dunkelgrünen Anzug und mit passendem Hut, sprach über seine Weltkarriere mit Lehre <br />
© Foto Fischer

Weltkarriere dank Lehre: 50 Jahre Johann Lafer

Vor 50 Jahren startete Spitzenkoch Johann Lafer seine außergewöhnliche Karriere mit einem Lehrabschluss im Gösser-Bräu. Grund genug, sein Lebenswerk zu ehren.

Lesedauer: 7 Minuten

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Aktualisiert am 21.07.2026

Johann Lafer ist heute einer der bekanntesten Köche im deutschsprachigen Raum: Spitzenkoch, TV-Star, Bestsellerautor, Genussbotschafter. Begonnen hat seine außerge-wöhnliche Laufbahn in der Steiermark – mit einer klassischen Kochlehre. Der 1957 in Graz geborene Lafer wuchs auf dem Bauernhof seiner Eltern auf, wo er früh lernte, wie wichtig der respektvolle Umgang mit Produkten und ihre sorgfältige Verwertung in der Küche sind. Mitte der 1970er-Jahre startete er seine Ausbildung im Grazer Restaurant Gösser-Bräu und legte vor 50 Jahren seinen Lehrabschluss ab – der Startschuss für eine beispielhafte Karriere. 

Sein erstes Engagement außerhalb Österreichs führte ihn 1977 ins Berliner Hotel Schweizer Hof. Es folgten Stationen in renommierten Häusern: im Restaurant Le Canard in Hamburg, als Chef-Patissier in den Schweizer Stuben in Wertheim und schließlich im Münchner Spitzenrestaurant Aubergine von Eckart Witzigmann, mit dem er auch mehrere Bücher verfasste. 1983 übernahm Lafer als Küchenchef das Restaurant Le Val d’Or in Guldental, erkochte dort 1987 zwei Michelin-Sterne und wurde 1988 Besitzer des Gourmet- und Sternerestaurants, das er ab 1994 auf der Stromburg nahe Bingen weiterentwickelte – inklusive Bistro d’Or, Stromburg-Hotel und der eigenen Kochschule Table d’Or. 

Ein Steirer prägt die Kochszene im deutschsprachigen Raum 

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Johann Lafer durch das Fernsehen bekannt. Seine TV-Karriere begann in den 1980er-Jahren bei BR und SWR, später prägte er Kochformate wie „Kerners Köche“ und vor allem die zehnjährige Erfolgsserie „Lafer, Lichter, Lecker“ im ZDF. Als Moderator der „Küchenschlacht“ erreichte er über Jahre Spitzenquoten und wurde zum gefragten Experten in TV-Talkshows, wenn es um Kulinarik, die Zukunft der Gastronomie, Nachhaltigkeit und Herkunft von Lebensmitteln geht. 

Parallel dazu baute Lafer ein beeindruckendes Portfolio als Autor auf: Über 60 veröffentlichte Kochbücher – viele davon Bestseller –, dazu seit seinem 60. Geburtstag sein eigenes Magazin „Lafer – Das Journal für den guten Geschmack“, das viermal jährlich erscheint. Zuletzt widmete er sich verstärkt dem Thema „Medical Cuisine“ und zeigte mit Büchern wie „Essen gegen Arthrose“, „Essen gegen Schmerzen“, „Unsere Brotbibel“ und „Medical Cuisine – Das große Longevity Kochbuch“, wie genussvolle, gesunde Ernährung auf Basis medizinischer Erkenntnisse aussehen kann. 

Seit 2016 ist Lafer Initiator des „Next Chef Awards“ auf der INTERNORGA in Hamburg, der wichtigsten Messe der Gastronomiebranche, und bietet jungen Kochtalenten eine große Bühne. 2024 wurde er mit der Gregor-Scheu-Plakette ausgezeichnet, 2025 veröffentlichte er ein weiteres Medizin- und Genussbuch, seit 2026 entwickelt er neue Gerichte für das Catering der Lufthansa. Sein neues Kochbuch „Johann Lafer – Der Geschmack des Sonntags“ erscheint im Oktober dieses Jahres. 

Seine Leistungen wurden vielfach gewürdigt: unter anderem als „Patissier des Jahres“ (1980), „Koch des Jahres“ durch den Gault Millau (1997), mit zwei Michelin-Sternen und 18 Punkten im „Gault Millau“. Das Land Steiermark verlieh ihm 1998 und 2005 das Goldene Ehrenzeichen für seine Verdienste um die Heimat, hinzu kamen Auszeichnungen wie „Genussbotschafter Österreichs“ (2010 und 2018) und der Titel „Auslandsösterreicher des Jahres“ (2012). 

Lehre im Tourismus als Chance – WKO Steiermark setzt auf starke Ausbildung 

Das Jubiläum „50 Jahre Lehrabschluss Johann Lafer“ ist für Steiermark Tourismus und die WKO Steiermark mehr als ein persönlicher Ehrentag. Schließlich steht die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft trotz ihrer vielen Erfolge vor erheblichen Herausforderungen: In vielen Regionen fehlen Fachkräfte, gleichzeitig ist die Zahl der Lehrlinge in der Branche in den vergangenen Jahren gesunken. Aktuell werden in der steirischen Gastronomie 242 Lehrlinge in 173 Betrieben ausgebildet, in der Hotellerie 515 Lehrlinge in 288 Betrieben. Vor diesem Hintergrund setzt die WKO Steiermark ein Zeichen und präsentiert im Center of Excellence ein neues gastronomisches Ausbildungszentrum. Es soll die Qualität und Attraktivität der Lehre in Gastronomie und Hotellerie erhöhen und jungen Menschen zeigen, welche Möglichkeiten eine fundierte Ausbildung im Tourismus eröffnet – bis hin zu internationalen Erfolgsgeschichten wie jener von Johann Lafer. 

Das Center of Excellence der WKO Steiermark wird mit dem neuen Gastro-Ausbildungsbereich zur zentralen Anlaufstelle für moderne, praxisnahe Lehrlingsausbildung in der Branche. Im Fokus stehen eine zeitgemäße Ausstattung, Training unter realitätsnahen Bedingungen und die enge Vernetzung von Betrieben, Berufsschulen und Tourismusorganisationen. Darüber hinaus schafft man eine zusätzliche Grundlage dafür, die Tourismuslehre zu attraktivieren und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.  

WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, Tourismus-Spartengeschäftsführer Gerhard Kienzl, Hotellerie-Obmann Alfred Grabner, Spitzenkoch Johann Lafer mit Ehrenurkunde, Erlebnisregion-Graz-Vorsitzende Sylvia Loidolt, Gastronomie-Obmann Klaus Friedl und Tourismus-Spartenobmann Hans Spreitzhofer (v.l.)
© Foto Fischer WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, Tourismus-Spartengeschäftsführer Gerhard Kienzl, Hotellerie-Obmann Alfred Grabner, Spitzenkoch Johann Lafer mit Ehrenurkunde, Erlebnisregion-Graz-Vorsitzende Sylvia Loidolt, Gastronomie-Obmann Klaus Friedl und Tourismus-Spartenobmann Hans Spreitzhofer (v.l.)

Statements

Johann Lafer, Spitzenkoch, TV-Star und Bestsellerautor: „Wenn ich heute auf 50 Jahre seit meinem Lehrabschluss zurückblicke, empfinde ich vor allem große Dankbarkeit. In Graz und in der Steiermark habe ich nicht nur mein Handwerk gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln, die Bedeutung von Qualität und den Wert harter Arbeit. Dass aus einer Kochlehre im Gösser-Bräu eine internationale Karriere entstehen konnte, zeigt, welche Kraft in einer fundierten Ausbildung steckt. Diese Chancen wünsche ich auch den jungen Menschen von heute.“ 

Michael Feiertag, Geschäftsführer Steiermark Tourismus: „Seit 30 Jahren verbindet Johann Lafer Menschen mit der Steiermark. Ob im Fernsehen, in Büchern und Magazinartikeln, bei Veranstaltungen oder Präsentationen – er hat unsere Genusskultur mit großer Leidenschaft vermittelt. Für dieses außergewöhnliche Engagement und die unzähligen Impulse für den Tourismus in der Steiermark danken wir ihm von Herzen.“ 

Sylvia Loidolt, Vorsitzende der Erlebnisregion Graz: „Johann Lafer hat auf eindrucksvollste Art und Weise bewiesen wie weit man es durch eine Lehre, als Fundament für den weiteren Werdegang, bringen kann. Mit viel Mut, Fleiß und Engagement, seiner Leidenschaft zum Kochen und zu den Produkten hat er die Kulinarik weit über die Landesgrenzen hinaus mitgeprägt. Ich danke ihm von Herzen für sein leuchtendes Beispiel, seine immerwährende Verbundenheit zu seiner Heimat und seinen enormen Einsatz als Genussbotschafter der Erlebnisregion Graz.“ 

Hans Spreitzhofer, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft: „Wenn wir heute auf 50 Jahre Lehrabschluss von Johann Lafer zurückblicken, dann sehen wir, was eine steirische Tourismuslehre leisten kann: Sie öffnet Türen in die Welt. Unser Ziel ist, dass junge Menschen erkennen, welche Chancen in Gastronomie und Hotellerie stecken – von der regional verankerten Karriere bis zu internationalen Erfolgsgeschichten.“ 

Klaus Friedl, Obmann der Fachgruppe Gastronomie: „Die Gastronomie braucht motivierte, gut ausgebildete Fachkräfte. Mit dem neuen Gastro-Ausbildungszentrum im Center of Excellence schaffen wir ein Umfeld, in dem Lehrlinge modern, praxisnah und mit Begeisterung lernen können. Die Geschichte von Johann Lafer zeigt sehr deutlich: Eine Lehre kann der erste Schritt zu einer Karriere sein, von der man als junger Mensch vielleicht noch gar nicht zu träumen wagt.“ 

Alfred Grabner, Obmann der Fachgruppe Hotellerie: „Für die steirische Hotellerie ist die Lehrlingsausbildung entscheidend, um Qualität und Gastfreundschaft langfristig zu sichern. Das Center of Excellence bietet die Chance, unsere Lehrlinge auf einem hohen Niveau zu begleiten und ihnen die Vielfalt moderner Hotellerie zu vermitteln. Wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, können aus jungen Talenten Fachkräfte werden, die unseren Tourismusstandort Steiermark nachhaltig stärken.“ 

Robert Grossauer, Wirt im Gösser Bräu: Der Name Johann Lafer ist natürlich bis heute eng mit dem Gösser Bräu Graz verbunden – und wird es in alle Zeit bleiben. So wie Johann Lafer einst als Lehrling seine großartige Karriere hier im Gösser Bräu startete, so eifern ihm bis heute unsere Lehrlinge nach. Johann Lafer ist ein großes Vorbild für jede und jeden in unserer Branche. Er ist der Beweis dafür, dass man es mit Leidenschaft und Fleiß sehr weit bringen kann. So bewirkt Johann Lafer auch 50 Jahre nach seinem Lehrabschluss noch immer eine Menge für die gastronomischen Talente in der Steiermark. Dafür können wir gar nicht genug dankbar sein.