Von der Agentur zum Community Hub
In Tirol mehren sich die Kreativagenturen, die mit eigenen Events den altbekannten Gestaltungsrahmen einer Werbeagentur sprengen. Ein Blick auf einen Trend – und ein Gespräch mit einem, der mittendrin steckt: Dominique Pfurtscheller.
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Spill the tea von BREITETIEFE, der StorytellingClub von VerVieVas und einige mehr*: Die Liste der Tiroler Agenturen, die mehr leisten als reine Dienstleistung, wird länger. Sie veranstalten, kuratieren, vernetzen. Sie schaffen Plattformen für Austausch und Sichtbarkeit für die Branche.
Auch Northlight aus Innsbruck setzt auf Events als Netzwerkmultiplikator. Mit der Eventreihe out of office wird der Feierabend zur Bühne für Begegnungen, die im Tagesgeschäft selten Platz haben. Wir haben mit Dominique Pfurtscheller darüber gesprochen. Als Ausschussmitglied unserer Fachgruppe, WK-Funktionär, mehrfaches Vereinsmitglied (zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr) und Geschäftsführer von Northlight kennt er die Tiroler Kreativwirtschaft aus mehreren Blickwinkeln.
Warum setzt ihr als Northlight auf eigene Formate wie Afterwork Clubbing? Was bringt euch das konkret?
Konkret bringt uns das drei Dinge: Erstens stärken wir unser Netzwerk auf eine authentische Weise. Zweitens positionieren wir uns als aktiver Teil der Community und gehen damit über die reine Dienstleisterrolle hinaus. Und drittens entstehen daraus oft die spannendsten Projekte – weniger über klassische Akquiseprozesse, mehr aus Gesprächen, die organisch gewachsen sind. Eigene Formate geben uns die Möglichkeit, den Rahmen für Begegnungen selbst zu gestalten. Wir schaffen bewusst Räume, in denen Menschen in einem entspannten, inspirierenden Setting zusammenkommen – fernab klassischer Pitch- oder Sales-Situationen.
Ihr seid mit eurem Format nicht allein, in Tirol entwickeln sich einige Agenturen zum Community Hub: Ist das ein Trend oder steckt da echte strategische Verschiebung dahinter?
Ich würde das bewusst nicht als Trend bezeichnen. Für uns ist dieses Denken seit jeher Teil unserer DNA. Plattformdenken und das Schaffen von Räumen für Austausch waren bei Northlight von Anfang an selbstverständlich – ein fester Bestandteil davon, wie wir arbeiten und wie wir uns verstehen.
Was andere tun, spielt dabei für uns eine untergeordnete Rolle. Unser Fokus liegt klar auf unseren eigenen Stärken. Und wir schaffen bewusst Möglichkeiten, dass andere von diesen Stärken profitieren können.
Formate, die als Community Hub funktionieren, passen einfach zu uns – zu unserer Haltung als Menschen und zur Ausrichtung unseres Unternehmens. Wir haben nichts zu verstecken, wir sind offen, zugänglich und bewegen uns bewusst auf Augenhöhe. Gleichzeitig sehen wir uns als Verbinder und auch als Treiber – und genau das bringen wir mit solchen Formaten zum Ausdruck.
Welchen konkreten ersten Schritt empfiehlst du jemandem, der sich mit Networking schwertut?
Der wichtigste erste Schritt ist, den eigenen Zugang zu verändern: Networking ist weniger ein „Verkaufen“ als vielmehr ein Gespräch auf Augenhöhe. Ganz konkret würde ich empfehlen, sich ein kleines, klares Ziel zu setzen – zum Beispiel bei einer Veranstaltung bewusst mit zwei neuen Personen ins Gespräch zu kommen. Ohne Druck, ohne Erwartung, dafür mit ehrlicher Neugier: Wer bist du, was treibt dich an?
Oft hilft es auch, sich vorab ein, zwei einfache Einstiegsfragen zu überlegen. Das nimmt Unsicherheit raus und macht den ersten Schritt leichter. Der Rest ergibt sich meist von selbst.
Nota bene: Gerne erzählen wir der Tiroler Kreativbranche auch von euren Events. Vernetzt euch mit uns auf Instagram oder schreibt uns eine Mail an: redaktion@werbungtirol.at