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Bläuliches Foto von horizontalen Stromspulen, auf denen rundliche Spiralen montiert sind. In der Bildmitte sind rote und blaue Striche.
© Aki Wang | stock.adobe.com
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Energiemarkt-Update für Installateure

Aktuelle Entwicklungen auf dem Energiemarkt

Lesedauer: 4 Minuten

11.08.2026
Das Energiemarkt-Update vom Energieinstitut der Wirtschaft gibt einen Überblick zu Preisen, Trends und Entwicklungen auf den heimischen und internationalen Energiemärkten.

Energiepreis-Indizes

Der Gaspreisindex auf Monatsbasis steigt im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 10,2 Prozent. Im Vergleich zum August 2025 liegt der Index um 38,7 Prozent höher. Der Index liegt bei einem Wert von 52,56 €/MWh. Der Strompreisindex auf Monatsbasis steigt im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 19,5 Prozent. Im Vergleich zum August 2025 liegt der Index um 43,6 Prozent höher. Der Index liegt bei einem Wert von 116,79 €/MWh. Der Spitzenlastpreis liegt dabei um 9,9 Prozent unter dem Niveau des Grundlastpreises.

Der Iran Konflikt hat die Energiepreise im Juli deutlich nach oben getrieben. Gas verteuerte sich kurzfristig um rund 18–20 %, längerfristige 2027 Kontrakte um 11–12 %. Auch Strom zog spürbar an: EEX Futures 2027 + 7,5 %, Day Ahead Preise + 10 %. Der Ölpreis schwankte stark und lag Ende Juli bei etwa 90 US Dollar. Die Lage belastete die weltweite LNG Lieferkette (Liquefied Natural Gas: Weg von flüssigem Erdgas von der Förderung bis zum Endverbraucher), bremste das Befüllen der europäischen Speicher und drückte die Vorräte auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren – ein Risiko vor Beginn der Heizsaison. Anfang August folgte eine kurze Entspannung: Der Ölpreis fiel auf 83,85 US Dollar, nachdem die USA vorerst auf weitere Angriffe verzichten wollten. Gleichzeitig erhöhten OPEC+ und die USA ihre Förderung. Der EU Gaspreis sank kurzzeitig auf 56,50 €/MWh, stieg aber am 4. August wieder über 59 €, ausgelöst durch einen weiteren Angriff auf ein Handelsschiff.

Speicherstand auf vergleichsweise niedrigem Niveau

Die Gasspeicher in Österreich und Europa füllen sich deutlich langsamer als in den Vorjahren. In Österreich stieg der Füllstand im Juli nur von 54,49 auf 60,76 TWh – das entspricht 60,6 % des Arbeitsvolumens und rund 77,7 % des Jahresbedarfs. Europa liegt bei 642,83 TWh, also 56,9 % der Kapazität. Ob die Speicher rechtzeitig für den Winter voll werden, hängt stark vom Weltmarkt ab.

Europa konkurriert direkt mit Asien um LNG Lieferungen, und solange der Konflikt im Nahen Osten anhält, bleiben die Gaspreise hoch. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend: Erdgas ist vom "sauberen" Ersatz für Öl zu einem strategischen Energieträger geworden. Es stabilisiert die ersorgungssicherheit in einem unsicheren geopolitischen Umfeld, treibt das Wachstum des LNG Markts und bleibt entscheidend, um die stark steigende Stromnachfrage für Rechenzentren und KI Anwendungen zu decken.

Trockenheit drückt Wasserkrafterzeugung

Die anhaltende Trockenheit drückt die heimische Wasserkraftproduktion auf ein Rekordtief und belastet damit die Stromerzeuger. Der extrem niedrige Donaupegel wirkt sich auch auf Nachbarländer aus – besonders auf Ungarn. Die anhaltende Trockenheit drückt die heimische Wasserkraftproduktion auf ein historisches Tief – mit Folgen für die Stromversorgung. Der niedrige Pegel der Donau belastet nicht nur Österreich, sondern auch Nachbarländer wie Ungarn, das wegen einer bevorstehenden Hitzewelle sein einziges Atomkraftwerk Paks Anfang August erstmals seit 44 Jahren komplett abschalten muss. Auch Rumänien steckt in Schwierigkeiten: Wegen sinkender Atomstromproduktion infolge der niedrigen Donaupegel hat das Land für den gesamten August den Notstand ausgerufen.

Strom- und Strompreisentwicklung

In der EU ist Strom für Industriekunden um ein Vielfaches teurer als in den USA oder China, und Österreich liegt kontinuierlich über dem EU-Durchschnitt. Österreich nimmt beim Vergleich von Europas Börsenstrompreisen einen Spitzenplatz ein – hinter Norditalien und Polen. In Spanien liegt der Preis bei knapp 51 Prozent von jenem in Österreich, in Portugal bei rund 50 Prozent. Die EEX-Futures für 2027 sind im Juli um 7,48 Prozent gestiegen.

Die European Energy Exchange (EEX) ist eine führende Energiebörse, die gemeinsam mit ihren Kunden und Partnern weltweit sichere, erfolgreiche und nachhaltige Rohstoffmärkte aufbaut. Der für den Industriestrompreis maßgebliche Mittelwert für Base Lieferung 2027 beträgt aktuell 99,09 €/MWh.

Ölpreis-Entwicklung 

Die Brent Ölpreise bleiben Anfang August hoch volatil und liegen bei rund 90 US Dollar pro Barrel. Nach dem starken Anstieg im Juli – zeitweise nahe 100 Dollar wegen neuer Spannungen im Nahen Osten – hat sich die Lage zuletzt etwas beruhigt. Brent fiel auf etwa 85 Dollar, während weiter Unsicherheit über mögliche Gespräche im US Iran Konflikt besteht. Trump bezeichnete seinen Vorschlag für Verhandlungen als "letzte Chance" für Teheran. Der Iran dementierte direkte Gespräche, meldete aber Fortschritte bei Vermittlungen über den Oman zur Öffnung der Straße von Hormus.

Download "Energiemarkt-Update" – August 2026
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