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Die rechte Hand einer Person hält einen Schraubenzieher auf eine Schaltfläche. Neben dieser Schaltfläche sind viele weitere verschiedene Schaltflächen und Hebel, die durch Kabel miteinander verbunden sind
© franco lucato | stock.adobe.com
Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker, Bundesinnung

Elektrobranche im Wandel

Landesinnungen diskutieren zentrale Zukunftsthemen in Wien

Lesedauer: 3 Minuten

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03.06.2026

Im Rahmen der Frühjahrs-Sitzung des Bundesinnungsausschusses Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechnik in Wien standen aktuelle regulatorische Entwicklungen, wirtschaftliche Herausforderungen und technologische Trends im Fokus. Die Branche sieht sich in tiefgreifenden Veränderungen, die sowohl Chancen als auch Umsetzungsfragen mit sich bringen.

Im Zuge der Sitzung wurden unter anderem die Auswirkungen der europäischen Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD) intensiv erörtert. Diese ist seit Mai 2024 in Kraft und muss innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden. Ziel ist die Dekarbonisierung des Gebäudesektors bis 2050, wozu die Elektrotechniker einen entscheidenden Beitrag leisten. „Die Qualität der nationalen Umsetzung ist entscheidend – auch für die tägliche Arbeit unserer Betriebe“, betont Bundesinnungsmeister Christian Bräuer. Besonders herausfordernd könnte die unterschiedliche Ausgestaltung auf Landesebenen werden, ebenso wie die praktische Umsetzbarkeit einzelner Vorgaben, etwa bei der Infrastruktur für nachhaltige Mobilität.

Auch der Gigabit Infrastructure Act (GIA) war Thema der Sitzung. Dieser sieht unter anderem vor, dass künftig jede Wohnung mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet sein muss. Die technische Umsetzung erfolgt über entsprechende Richtlinien, während die rechtliche Umsetzung durch die Bundesländer geregelt wird. Damit steigen die Anforderungen an die gebäudeinterne Verkabelung deutlich.

Im Bereich der Kreislaufwirtschaft befasste sich die Bundesinnung mit dem sogenannten Batteriebegleitgesetz, das sich aktuell in Begutachtung befindet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entsorgung und Rücknahme von Energiespeichersystemen. „Wichtig ist: Erfolgt der Kauf eines Speichers über einen Händler oder Hersteller in Österreich, liegt auch die Verantwortung für die Entsorgung bei diesem. Bei Selbstimporten von außerhalb der EU entstehen Kosten für den Elektrobetrieb“, stellt Bräuer klar.

Neben regulatorischen Themen wurde auch die wirtschaftliche Lage der Branche diskutiert. Massive Preissteigerungen bei Rohstoffen – insbesondere bei Kunststoffgranulat und Silber – wirken sich bereits deutlich auf Produkte wie Installationsrohre und Schaltgeräte aus. Diese Entwicklungen erhöhen den Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Innungen stellen ihren Mitgliedern diesbezügliche Mitgliederservices bereit.

Impulse für die zukünftige Entwicklung der Branche lieferte zudem die internationale Fachmesse Light + Building in Frankfurt. Dort wurden zentrale Trends wie nachhaltige Transformation, intelligente Vernetzung und Digitalisierung – zunehmend auch mit integrierter Künstlicher Intelligenz – sichtbar. „Diese Trends sind nicht isoliert zu betrachten, sondern greifen ineinander und bilden die Grundlage für zukünftige Energiesysteme in Gebäuden“, so Bräuer. Gebäude entwickeln sich zunehmend zu aktiven, intelligent gesteuerten Systemen, die einen Beitrag zur Stabilität der Energieinfrastruktur leisten.

Ein weiteres Thema war der erste Fördercall 2026 für Photovoltaikanlagen, der von 23. April bis 11. Mai läuft. Investitionszuschüsse können in diesem Zeitraum beantragt werden, wobei die Förderung von Stromspeichern an die gleichzeitige Förderung einer Photovoltaikanlage gekoppelt ist.

Darüber hinaus wurde auf die Problematik unseriöser Handwerkerdienstleistungen hingewiesen. Über unabhängige Informationsplattformen werden Konsumentinnen und Konsumenten über betrügerische Angebote informiert und erhalten Hinweise, wie diese erkannt werden können.

Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit stellen in der heutigen Wirtschaft grundlegende Entwicklungen dar. Wer als Elektrobetrieb erfolgreich sein will, muss in den drei Bereichen vorne mit dabei sein. Die Bundesinnung und die WKO stellt dazu kostenlos für Elektrotechniker vielfältige Mitgliederservices zur Verfügung und betreibt Bewusstseinsbildung. Die Bundesinnung will im Bereich Nachhaltigkeit künftig mit gutem Beispiel vorangehen: Der Bundesinnungsausschuss hat deswegen als Grundlage für die Arbeit in der Geschäftsstelle der Bundesinnung ein umfassendes Corporate-Social-Responsibility-Konzept beschlossen. In drei Bereichen (sozial, ökologisch und ökonomisch) muss das Agieren der Mitarbeiter der Bundesinnung als zukunftsorientierte Interessenvertretung nun eine nachhaltige Ausrichtung aufweisen. Als strategisches Fundament verpflichtet es zu einer ethischen, effizienten und sachzielorientierten Interessenarbeit in der Geschäftsstelle.

Die Sitzung verdeutlichte insgesamt, dass sich die Elektrogewerbe in einem umfassenden Transformationsprozess befinden. „Regulatorische Vorgaben, technologische Innovationen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen greifen zunehmend ineinander und erfordern von den Betrieben ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Zukunftsorientierung- daran werden wir Innungen zielgerichtet unsere Mitgliederservices und Interessenvertretung ausrichten“, so Bräuer.

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