Positionspapier mit einer klaren Forderung zur bundesweit einheitlichen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD)
Einheitliche EPBD-Umsetzung als Schlüssel für Investitionssicherheit
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Die österreichische Elektrotechnikbranche fordert eine österreichweit einheitliche Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD). Die Richtlinie bildet die Grundlage für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors und den Ausbau von Elektromobilität, Photovoltaik, intelligenter Gebäudeautomation und digitaler Beleuchtungssteuerung. Aus Sicht der Branche darf die Umsetzung jedoch nicht in neun unterschiedlichen Landesregelungen erfolgen.
„Die EU-Gebäuderichtlinie ist verbindliches europäisches Recht. Was wir jetzt brauchen, sind klare und einheitliche Rahmenbedingungen für ganz Österreich. Neun unterschiedliche technische Vorgaben würden Investitionen bremsen, Sanierungen verteuern und die Erreichung der Klimaziele gefährden“, betont Christian Bräuer, Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker. Die Elektrotechnik ist ein zentrales Schlüsselgewerk für die Umsetzung der Energiewende im Gebäudesektor. Die EPBD sieht unter anderem den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, die verstärkte Nutzung von Photovoltaik, intelligente Gebäudeautomationssysteme sowie moderne Beleuchtungssteuerungen vor. Dafür braucht es laut Branche bundesweit harmonisierte technische Standards und eine rechtssichere Umsetzung.
Klare Zuständigkeiten statt föderalem Fleckerlteppich
Die Branche fordert die Politik auf, die elektrotechnischen Anforderungen österreichweit einheitlich festzulegen und dabei die Fachkompetenz des Österreichischen Verbandes für Elektrotechnik (OVE) konsequent einzubinden. „Gerade bei hochkomplexen elektrotechnischen Anforderungen darf es keine neunfachen Interpretationen geben. Unternehmen, Planer:innen und Investor:innen brauchen Rechtssicherheit und Verlässlichkeit. Die Politik muss jetzt die Voraussetzungen für einen einheitlichen Regelungsrahmen schaffen“, fordert Robert Pfarrwaller, Bundesgremialobmann des Elektro- und Einrichtungsfachhandels. Nach Ansicht der Elektrotechnik würden unterschiedliche Landesregelungen nicht nur zu höherem Planungs- und Genehmigungsaufwand führen, sondern auch Kostensteigerungen verursachen und dringend notwendige Investitionen verzögern.
Öffentliche Gebäude müssen Vorbild sein
Die öffentliche Hand muss mit gutem Beispiel vorangehen. Moderne Gebäudeautomation, intelligente Beleuchtungssteuerung, Ladeinfrastruktur und Photovoltaik sind keine Zukunftsvisionen mehr, sondern zentrale Bausteine einer wettbewerbsfähigen und klimafreundlichen Wirtschaft. Wer die Energiewende ernst nimmt, muss jetzt auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Christian Bräuer
Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker
Besonders bei Nichtwohngebäuden sieht die Branche großen Handlungsbedarf. Öffentliche Gebäude sollten bei Digitalisierung, Energieeffizienz und intelligenter Gebäudetechnik eine Vorreiterrolle übernehmen. „Die öffentliche Hand muss mit gutem Beispiel vorangehen. Moderne Gebäudeautomation, intelligente Beleuchtungssteuerung, Ladeinfrastruktur und Photovoltaik sind keine Zukunftsvisionen mehr, sondern zentrale Bausteine einer wettbewerbsfähigen und klimafreundlichen Wirtschaft. Wer die Energiewende ernst nimmt, muss jetzt auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, so Bräuer.
Wertschöpfung und Beschäftigung sichern
Die Elektrotechnikbranche sieht in der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie erhebliche Chancen für Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung in Österreich. Voraussetzung dafür seien jedoch klare gesetzliche Vorgaben, einheitliche Standards und Planungssicherheit für Unternehmen und Investor:innen. Die Branche appelliert daher an Bund und Länder, rasch eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten und die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie auf Basis österreichweit harmonisierter elektrotechnischer Standards sicherzustellen. „Die Energiewende wird elektrisch. Damit Österreich die Chancen der EPBD nutzen kann, braucht es jetzt Mut zur Vereinheitlichung statt neue bürokratische Hürden. Nur so schaffen wir Investitionssicherheit, stärken den Wirtschaftsstandort und erreichen die Klimaziele“, so Robert Pfarrwaller.