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Strommasten unter Wolkenhimmel, darüber Overlay gelber Sterne in Kreisform und eines Pfeiles mit Knicken der nach oben deutet
© Viktor | stock.adobe.com
Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker, Bundesinnung

EU-Aktuell Nr. 3: News für die Elektrogewerbe

Ausgabe Februar 2026

Lesedauer: 3 Minuten

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16.02.2026

Zur Aufgabe der Bundesinnung als Interessenvertretung des gesamten österreichischen Elektrogewerbes gehört auch die Pflege der Beziehungen zu ausländischen Verbänden. Als Mitglied im Europäischen Elektroverband EuropeOn bringen wir uns auf europäischer Ebene aktiv bei europäischen Gesetzgebungsvorhaben oder verschiedenen EU-Initiativen ein.

Aber was sind die Themen, die die Elektroinstallationsbranche in Europa aktuell betreffen? Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten bevorstehenden Gesetzesinitiativen und einige der jüngsten Aktivitäten von EuropeOn.

Krisenfeste EU-Energiesicherheit

Die Energiesicherheit steht zurzeit ganz oben auf der politischen Agenda der Europäischen Union. Geopolitische Spannungen und neue technologische Risiken haben dazu geführt, die Strategie grundlegend zu überdenken, wie der Kontinent seine Energie bezieht, produziert und verwaltet.

Die EU setzt derzeit ihre EU-Strategie der Bereitschaftsunion (Preparedness Strategy) um und wird noch in diesem Jahr den Rahmen für Energiesicherheit (Energy Security Framework) überprüfen, um sicherzustellen, dass Europa sowohl aktuellen als auch künftigen Herausforderungen gewachsen ist. Dabei spielt auch die Cybersicherheit eine zentrale Rolle: Am 20. Januar schlug die Europäische Kommission eine Aktualisierung des Cybersicherheitsgesetzes vor, darunter Maßnahmen zum Ausschluss von Lieferanten, die ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Elektrifizierung als langfristige Lösung für Europas Energie-Unabhängigkeit

Trotz erheblicher Fortschritte bleibt Europas Abhängigkeit von externen Energiequellen ein kritisches Thema. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hat die EU rasch Maßnahmen ergriffen, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren. Der Anteil russischer Gasimporte  sank von rund 50 % des gesamten EU-Gasverbrauchs im Jahr 2021 auf heute etwa 12 %.

Diese Entwicklung hat jedoch neue Abhängigkeiten geschaffen. Die Importe von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA machen inzwischen mehr als ein Viertel der Gasimporte der EU aus – gegenüber nur 5 % im Jahr 2021. Angesichts zunehmender politischer Spannungen über den Atlantik hinweg wird deutlich, dass die Abhängigkeit von wenigen externen Partnern Europa weiterhin anfällig für politischen Druck und Versorgungsunterbrechungen macht.

Vor diesem Hintergrund ist die Elektrifizierung der Schlüssel zur langfristigen Sicherung der europäischen Energieunabhängigkeit. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen kann erneuerbarer Strom in Europa selbst erzeugt werden. Das stärkt nicht nur die strategische Autonomie, sondern wirkt sich auch positiv auf die Kostenstruktur  aus: Ein hoher Anteil erneuerbarer Energien geht mit niedrigeren und stabileren Strompreisen einher, während fossiles Gas weiterhin zu den teuersten Energieoptionen zählt.

Die Bedeutung der Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker

Welche Rolle spielt das Elektrogewerbe in diesem Transformationsprozess? Damit die Elektrifizierung erfolgreich umgesetzt werden kann, muss Europas Energiesystem modern, flexibel und widerstandsfähig gestaltet sein. Qualifizierte Elektrotechniker:innen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Durch die Planung, Installation und Wartung robuster, „krisenfester“ elektrischer Anlagen stellen sie sicher, dass sauberer Strom zuverlässig zu Endverbraucher:innen gelangt und das System auch unter Belastung stabil bleibt.

Zugleich wirken sie entscheidend bei der Cybersicherheit digitalisierter Energiesysteme mit. Mit der zunehmenden Vernetzung von Netzen, Gebäuden und Anlagen wächst auch die Verantwortung, diese Infrastruktur vor digitalen Bedrohungen zu schützen.

Elektrifizierung braucht Energiesicherheit

Energiesicherheit bedeutet letztlich, ein unabhängiges, bezahlbares und resilientes Energiesystem aufzubauen. Die Elektrifizierung – getragen von qualifizierten Fachkräften – ist ein zentraler Pfeiler dieser langfristigen Strategie und der interessenpolitischen Strategie der Bundesinnung. Die Bundesinnung und EuropeOn setzt sich dafür bei den politischen Entscheidungsträger:innen und öffentlichen Stellen ein.

In der EU geschieht dies mittels EuropeOn Positionspapier „Ein widerstandsfähiges Europa mit krisenfesten Elektroinstallationen- Beitrag des Elektroinstallationsgewerbes zur Energiesicherheit und -vorsorge der EU“, an dem die Bundesinnung mitgearbeitet hat.

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